13 Tipps für die Endkorrektur deiner Uni-Arbeit

Ein Gastbeitrag von Huberta Weigl

Du hast gerade die letzten Zeilen deiner Bachelor-, Master- oder Doktorarbeit zu Papier gebracht und nun geht es an den Endspurt: Der Text muss abgabereif werden. Erfahrungsgemäß unterschätzen viele Studierende den Zeitaufwand, der zum Schluss auf sie zukommt – vor allem für den sprachlichen Feinschliff der Uni-Arbeit planen sie zu wenig Zeit ein. Hier nun ein paar Tipps, wie deine Arbeit eine runde Sache wird.

Kontrolle von Rechtschreibung und Grammatik

Der eigene Check
Folgende Tipps können dir dabei helfen, Rechtschreib- und Grammatikfehler, aber auch stilistische Unebenheiten leichter zu finden:

1. Lies den Text nicht nur am PC, sondern auch auf Papier. Drucke ihn evtl. auch einmal in einer anderen Schriftart und/oder -größe aus. Meiner Erfahrung nach erhöht das die Aufmerksamkeit beim Korrekturlesen. Mir persönlich hilft es auch, wenn ich den Ort wechsle, wenn ich meinen Text also einmal im Café, in der Straßenbahn oder auch nur in der eigenen Küche lese. Der Ortswechsel sorgt für mehr Konzentration. Probiere doch einfach mal, ob das auch bei dir funktioniert.

2. Plane – abhängig vom Textumfang – mehrere Tage (Bachelor- oder Masterarbeit) bis mehrere Wochen (Doktorarbeit) für die Endkorrektur ein. Möglicherweise wunderst du dich jetzt und denkst: „Was? So viel Zeit nur fürs Korrekturlesen?“ Ja, ein sorgfältiger Korrekturprozess braucht seine Zeit, denn es geht ja nicht um ein schnelles Durchlesen, sondern um eine präzise Durchsicht: Satz für Satz, Wort für Wort. Mit einem Korrekturdurchgang oder zwei ist es nicht getan. Ich lese meine Texte fünfmal, zehnmal oder noch öfter durch, bis ich sie anschließend noch jemand anderen lesen lasse – und damit sind wir schon beim nächsten Punkt …

13 Tipps für die Endkorrektur deiner Uni-Arbeit

Der Check durch andere
3. Lass deine Arbeit im Freundes- oder Familienkreis Korrektur lesen. Sag deinen Korrekturleserinnen und -lesern (zwei bis drei genügen), worauf sie besonders achten sollen, wenn sie dir ein Feedback geben. Hab dabei im Auge, dass es nicht möglich ist, die Arbeit sowohl inhaltlich als auch sprachlich zu korrigieren, wenn nur ein Korrekturdurchgang geplant ist.

4. Für das Ausbessern von Rechtschreib- und Grammatikfehlern brauchst du übrigens KorrekturleserInnen, die in diesen beiden Bereichen wirklich fit sind. Solltest du niemanden in deinem Umfeld haben, könntest du an ein professionelles Lektorat denken. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn du richtig viele Rechtschreibfehler machst.

Auf diese Punkte solltest du neben Rechtschreibung und Grammatik besonders achten

Prüfe, ob
5. du die Zitierregeln konsequent angewendet hast.
6. du alle wörtlichen und sinngemäßen Zitate mit einer Literaturangabe versehen hast.
7. alle Abbildungen und/oder Tabellen Nummern haben und ob die Nummern durchlaufen.
8. die Kapitelnummern im Inhaltsverzeichnis mit den Kapitelnummern im Text übereinstimmen.
9. du alle in Kurzform zitierten Publikationen im Literaturverzeichnis aufgelöst hast. Vergiss nicht, dass man im Literaturverzeichnis nur die Publikationen anführt, die man auch im Text erwähnt hat.
10. die Ordnung des Literaturverzeichnisses den Vorgaben deiner Uni entspricht (meist werden die Publikationen alphabetisch nach den Nachnamen der Autoren geordnet).
11. du bei allen Onlinepublikationen die URL und das Datum des letzten Aufrufs angeführt hast.
12. du die Vorgaben deiner Uni für das Literaturverzeichnis konsequent angewendet hast. Wenn Vornamen beispielsweise ausgeschrieben werden sollen, dann musst du sie wirklich immer ausschreiben.

Ein Tipp zum Schluss

13. Sei geduldig mit dir und deinem Text. Je mehr Arbeiten du bereits geschrieben und abgabereif gemacht hast, desto zügiger wirst du mit der Endkorrektur vorankommen. Wissenschaftliches Arbeiten und Schreiben ist ein Handwerk, dass man erlernen kann und für das es aber auch Übung braucht.

Foto: Shutterstock.com: Bildnr. 140837923; Minerva Studio

Weiterführende Links

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Teil 1
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Über die Gastautorin

Huberta Weigel Schreibwerkstatt

Huberta Weigl
Studium der Kunstgeschichte und der Betriebswirtschaftslehre. Langjährige Assistentin an der Universität Wien. 2012 Gründung der Schreibwerkstatt in Wien.

 

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