Homeschooling

Homeschooling: Wie beeinflussen die Corona-Maßnahmen die Geschlechterverhältnisse?

Eine Analyse aktueller Studienergebnisse zu der Verstärkung von ungleichen Geschlechterverhältnissen durch Faktoren wie Homeschooling

Dieser Beitrag leistet eine Zusammenfassung aktueller Studienergebnisse, die sich u.a. mit der Mehrbelastung von Müttern in Zeiten von Corona auseinander setzen. Durch Faktoren wie Homeschooling aufgrund von Schulschließungen in Deutschland besteht die Annahme, dass Mütter, die bereits vor Corona durch ihre vielen, verschiedenen Rollen (Erzieherin der eigenen Kinder, Erwerbstätige, etc.) mehrfach belastet wurden, nun noch stärker betroffen sind als Väter. Betont wird jedoch, dass es glücklicherweise immer mehr Ausnahmen gibt – und somit der heiß diskutierten Retraditionalisierungsthese widersprochen werden muss. Trotzdem wollte ich es genauer wissen und habe mich gefragt: Wie beeinflussen die Corona-Maßnahmen die Geschlechterverhältnisse?

Ich freue mich auf eine Diskussion über die Kommentarfunktion.

Wie die COVID-19-Pandemie begann

Am 30.01.2020 ruft die Weltgesundheitsorganisation den internationalen Gesundheitsnotstand aus. Am 11.02.2020 wird der Name „COVID-19“ für das Coronavirus eingeführt, das zur weltweiten Pandemie avanciert ist (Krasny, 2020, S. 405). Der erste Lockdown, also die (teilweise) Ausgangssperre für bestimmte private und öffentliche Bereiche (Bendel, 2020) dauert von März bis in den Juni 2020 hinein, darauf folgt ein Teillockdown im November 2020 und ein weiterer Lockdown zu Beginn des Jahres 2021 (Bujard et al., 2021, S. 5–6). Insgesamt waren die Schulen 276 Tage partiell oder vollständig von einer Schulschließung betroffen (Bujard et al., 2021, S. 7–9).

Bildungspolitische Maßnahmen der Bundesregierung

Auf der Webseite der Bundesregierung heißt es zum Betrieb von Kindertagesstätten und Schulen im Rahmen der Corona-Maßnahmen:

Überschreitet in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt an drei aufeinander folgenden Tagen die Sieben-Tage-Inzidenz den Schwellenwert von 100, so ist die Durchführung von Präsenzunterricht ab dem übernächsten Tag nur in Form von Wechselunterricht zulässig. Das gilt für allgemeinbildende […] Schulen, […] Überschreitet an drei aufeinander folgenden Tagen die Sieben-Tage-Inzidenz den Schwellenwert von 165, so ist ab dem übernächsten Tag die Durchführung von Präsenzunterricht untersagt […] Auch in Einrichtungen der Kinderbetreuung ist bei einer Sieben-Tage-Inzidenz ab dem Schwellenwert von 165 ein Regelbetrieb mit Präsenzbetreuung nicht mehr zulässig. Dann ist nur noch ein eingeschränkter Notbetrieb möglich. (Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, 2021a)

Hierbei handelt es sich um Bestimmungen, die als „Bundesnotbremse“ gelten und einer Mindestanforderung entsprechen, während die Bundesländer die Möglichkeit haben, weitere Ergänzungen einzufügen (Bujard et al., 2021, S. 7).

11,1 Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland betroffen

Laut Bujard et al. betreffen die Schließungen von Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen unmittelbar 11,1 Mio. Kinder und Jugendliche in Deutschland (2021, S. 13). Abgesehen von finanziellen Maßnahmen der Bundesregierung zur Abfederung von Gehaltseinbußen wird auf der Webseite der Bundesregierung nicht darauf eingegangen, wie Eltern durch die Schließungen bedingte psychische und physische Mehrbelastungen im Care-Bereich bewältigen können. Vor allem Eltern von unter 12-Jährigen sind im besonderen Maße betroffen, da für diese Altersgruppe eine Betreuung Zuhause erwartet wird. Davon sind 827.000 Mütter und 78.000 Väter alleinerziehend und 4,8 Millionen Eltern als Paare in der Betreuung (Bujard et al., 2021, S. 13). Es wird vorausgesetzt, dass Eltern flexibel reagieren – und die zusätzlich anfallende Betreuungsarbeit mit all ihren Implikationen neben ihrer Erwerbsarbeit meistern. Im gegenwärtigen Jahr 2021 kann nicht abschließend davon ausgegangen werden, dass keine weiteren Schulschließungen folgen werden, denn die Pandemie ist nicht bezwungen.

Eltern als Lernbegleiter*innen im Homeschooling

Dass Schüler*innen von Zuhause aus lernen mussten und teilweise müssen, war und ist seit März 2020 (immer mal wieder) die Konsequenz. Für eine Betreuung durch Lehrende über digitale Endgeräte fehlen Konzepte, sofern diese Endgeräte in den Haushalten überhaupt vorhanden sind (Anger & Plünnecke, 2020, S. 353). Ohne auf ein didaktisches Konzept für digitalen Unterricht zurückgreifen zu können, werden Lernaufgaben im Jahr 2020 durch Lehrkräfte angeboten, die Schüler*innen selbstreguliert erledigen sollen (Anger & Plünnecke, 2020, S. 355). Vor allem jüngere Schüler*innen im Grundschulalter oder in der Sekundarstufe 1 besitzen zumeist noch nicht ausreichende Kompetenzen zur Selbststeuerung, um diese Aufgaben eigenverantwortlich lösen zu können (Anger & Plünnecke, 2020, S. 355). Porsch und Porsch schreiben Eltern von Grundschüler*innen im Zuge der Corona-Pandemie eine neue „Rolle als Lernbegleiter*innen“ zu (2020, S. 63). Da Mütter und Väter unterschiedliche Bildungsstände vorweisen, sind sie dementsprechend mehr oder weniger in der Lage, die eigenen Kinder zu unterstützen und das Lernen mit auszugestalten, womit die soziale Ungleichheit weiter verschärft wird (Porsch & Porsch, 2020, S. 63). Für die Lernbegleitung sind die Ressourcen der Eltern neben der Technikausstattung zentral. Nach Porsch und Porsch lässt sich diese Form der Lernbegleitung „am ehesten mit der Betreuung von Hausaufgaben vergleichen“ (Porsch & Porsch, 2020, S. 65–66), allerdings unter erschwerten Bedingungen.

Auch intensivierte Sorge durch Corona notwendig

Zudem sei auf die zusätzlichen Aufgaben im Bereich der Care-Arbeit verwiesen, die durch die Corona-Pandemie entstehen. Dazu zählen nicht nur Homeschooling, sondern auch Tätigkeiten wie beispielsweise zusätzlich anfallende Hausarbeiten wie Wäsche waschen und öfter kochen, aber auch Gespräche führen sowie psychische Belastungen der Kinder bewältigen (Speck, 2020, S. 137). All diese Mehrbelastungen in den Blick nehmend, stellt sich die Frage, wie die Geschlechter im Einzelnen betroffen sind und ob sich ein Unterschied zwischen Vätern und Müttern festmachen lässt. Nach Klünder leisteten Frauen in Deutschland vor der Corona-Pandemie 52% mehr unbezahlte Sorgearbeiten als Männer (2016, S. 11).

Mütter mit großer Mehrheit für das Homeschooling verantwortlich

Bezugnehmend auf das Homeschooling während der Pandemie geht aus einer Befragung von 4230 Eltern hervor, dass die Mütter mit einer großen Mehrheit von 81% für das Homeschooling verantwortlich sind und dass der zeitliche Umfang der Lernbetreuung deutlich zugenommen hat (Wildemann & Hosenfeld, 2020, S. 3–5). Samtleben, Lott und Müller stellen fest, dass 66% der unbezahlten Care-Arbeit nach wie vor durch Frauen bewältigt wird, wozu auch die Betreuung im Homeschooling zählt. Dabei würde die Nutzung des Homeoffice nicht zu einer besseren Aufteilung der unbezahlten Care-Arbeit führen, da Frauen aufgrund der Erwerbsarbeit von Zuhause ihre Haushaltstätigkeiten um 1,7 Stunden pro Woche ausdehnen, während sich die Ausdehnung bei den Männern auf nur 0,6 Stunden pro Woche beläuft (2020, S. 42). Die Ergebnisse der Mannheimer Corona-Studie implizieren, dass im Haushalt in der Hälfte aller untersuchten Fälle die Mutter alleine die Kinderbetreuung übernimmt (Möhring et al., 2020, S. 2).

Akademiker*innen öfter im Homeoffice als Lernbegleiter*innen

Jellen und Ohlbrecht stellen ebenfalls heraus, dass Mütter stärker durch die Pandemie belastet werden als Väter und den Hauptteil der zusätzlich anfallenden Arbeit übernehmen, wobei sie bei Akademiker*innen annehmen, dass durch den Bildungsstatus eine Entlastung vorliegt, da die zusätzliche Anforderung des Homeschoolings besser bewältigt werden könne (2020, S. 50) Porsch und Porsch sehen das didaktische und fachbezogene Wissen von Eltern mit akademischen Abschlüssen ebenfalls als Ressource zur Bewältigung des Homeschoolings, betonen aber ebenso die Belastung durch die neu entstandene Situation (2020, S. 64–66). Akademiker*innen arbeiten öfter aus dem Homeoffice als Frauen ohne Universitätsabschluss (Bünning et al., 2020, S. 7). Jedoch geht damit eine Doppelbelastung einher, da so neben der Erwerbsarbeit auch die Kinderbetreuung bewältigt werden muss (Bünning, Hipp & Munnes, 2020, S. 7–9). Mit dem Bildungsniveau der Eltern hängen auch die Lernzeiten der Kinder zusammen, so dass Kinder in Akademikerhaushalten länger lernen als in anderen Haushalten (Zinn & Bayer, 2021, S. 1), womit wiederum eine intensivere Betreuung durch die Mutter einhergeht. Zudem lässt sich feststellen, dass Mütter ihre Erwerbsarbeit im Zuge der Corona-Krise häufiger reduzieren als Väter (Bünning et al., 2020, S. 4). Es wird vermutet, dass diese Zeit für die Betreuung der Kinder verwendet wird.

Belastungsfaktoren bei Müttern ohne Homeoffice

Für Mütter, die nicht im Homeoffice arbeiten können, entstehen andere Belastungssituationen. Sie arbeiten teilweise temporär gar nicht mehr, weil ansonsten die Kinderbetreuung nicht zu leisten ist (Bünning et al., 2020, S. 7). Damit einher geht eine größere psychische Belastung aufgrund der Sorge um den Verlust des Arbeitsplatzes (Bünning et al., 2020, S. 9–11). Mütter, die im Care-Sektor arbeiten, können eine Notbetreuung für die Kinder in Anspruch nehmen (Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, 2021a). Dadurch können sie zwar in ihrem Beruf arbeiten, müssen jedoch vor allem in Zeiten von Corona viele Überstunden machen und werden zudem schlecht bezahlt (Villa, 2020, S. 438). In systemrelevanten Berufen wie der Pflege werden Mitarbeitende gesundheitlichen Risiken und körperlichen Belastungen ausgesetzt, da in vielen der Berufsgruppen akuter Personalmangel herrscht (Koebe, Samtleben, Schrenker & Zucco, 2020, S. 8). Zudem ist davon auszugehen, dass das geringe gesellschaftliche Prestige ihres Berufes zusätzlich belastend wirkt (Koebe et al., 2020, S. 6), weil in Zeiten von Corona eine gesamtgesellschaftliche Anerkennung wichtiger denn je wäre. Insbesondere bei Müttern ist die Arbeitszufriedenheit zurückgegangen, was im Hinblick auf die zuvor skizzierten Ergebnisse logisch erscheint. Für Mütter ist die empfundene Belastung durch die Kinderbetreuung stärker gestiegen als für Väter (Bünning et al., 2020, S. 24). Zusammenfassend lässt sich festmachen, dass die Mutter laut aller Studienergebnisse weiterhin die Hauptlast trägt und in den meisten Fällen für das Homeschooling verantwortlich ist.

Studienergebnisse zur Widerlegung der Retraditionalisierungsthese

Allmendinger hat eine Retraditionalisierungsthese aufgestellt, die in den Medien wie in der Wissenschaft kritisch diskutiert wird. Sie schreibt: Wir erleben eine entsetzliche Retraditionalisierung. Die Aufgabenverteilung zwischen Männern und Frauen ist wie in alten Zeiten: eine Rolle zurück“ (Allmendinger, 2020, S. 45). Dass diese Annahme zu simpel gedacht ist, wird mit einem detaillierteren Blick auf die Forschungsergebnisse deutlich, denn Väter partizipieren durchaus mehr an den unbezahlten Care-Arbeiten als früher, wenn auch lange noch nicht gleichwertig. Kohlrausch und Zucco arbeiten in ihrer Studie zwar heraus, dass 54% der befragten Mütter, aber nur 12% der befragten Väter den Großteil der Kinderbetreuung in Corona-Zeiten übernehmen (Kohlrausch & Zucco, 2020, S. 5), ein Drittel der Befragten gibt jedoch an, dass beide Elternteile die Betreuung gleichermaßen übernehmen (Kohlrausch & Zucco, 2020, S. 6). Laut Möhring et al. ist der Anteil der unterstützenden Väter im Durchschnitt von 33% im Jahr 2018 auf 41% im Jahr 2020 angestiegen (2020, S. 2).

Es tut sich etwas, wenn auch noch nicht genug

Krohn erkennt eine teilweise stärkere Aufteilung der Sorgearbeit, weist aber auch darauf hin, dass eine vollständige Gleichstellung noch lange nicht erreicht ist (2020). So stellen auch Boll und Schüller fest, dass sich sieben bis acht Prozent der Paare als „Hoffnungsträger“ identifizieren lassen, womit gemeint ist, dass ein Anstieg des väterlichen Kinderbetreuungsanteils bei diesen Paaren erwartet werden kann (2020, S. 1). Kreyenfeld und Zinn arbeiten heraus, dass Männer mit einem geringen bis mittleren Bildungsniveau während der Pandemie mehr Zeit mit ihren Kindern verbrachten als vor der Krise (2021, S. 99). Es ist ein positiver, wenn auch kleiner Trend zu erkennen, der jedoch noch ausbaufähig ist. Auch, wenn Väter sich tendenziell mehr kümmern als vor der Pandemie, ist die Verteilung der Arbeit nach wie vor einseitig. Bei Familien mit traditionellen Rollenbildern lässt sich sogar eine deutliche Verstärkung der ungleichen Arbeitsteilung feststellen (Bujard et al., 2021, S. 56).

Die Adult Working Mum ist Karrierefrau und Mutter

Auf der anderen Seite sieht sich die Adult-Working-Mum mit einer Mehrbelastung konfrontiert, denn entsprechend der neoliberalen Geschlechterverhältnisse soll sie neben ihrer Tätigkeit als Mutter auch Erwerbstätige sein. Die Studienergebnisse zeigen, dass die Belastung von Müttern stark angestiegen ist, zum Beispiel in der Untersuchung von Fuchs-Schündeln und Stephan (2020, S. 2–4). Mit dem Adult-Worker-Modell wurde auch die Gender-Flexibilisierung zum Thema, die stereotype Geschlechterrollen aufbricht und somit die Frau ebenso wie den Mann innerhalb der Erwerbsarbeitssphäre verortet. Sind damit feministische Forderungen zur Partizipation am Erwerbsmarkt einerseits erfüllt, offenbart ein weiterer Blick, dass durch diese Verschiebung der Zuständigkeiten auch gleichzeitig eine Verschleierung der nach wie vor vorherrschenden mehrfachen Ausbeutung der Mutter vorgenommen wird: Nach Brodie werden alle Marktteilnehmer*innen, darunter auch Frauen, als geschlechtslos adressiert, wodurch eine „Erodierung und Intensivierung von Geschlecht“ (2004, S. 25) vorgenommen wird, was kaum mehr zu durchschauen ist.

Ist das Adult Working Modell wirklich frauenfreundlich?

Ein Rückfall in tradierte Geschlechternormen kann damit innerhalb emanzipierter Paarbeziehungen zwar ausgeschlossen werden, jedoch wird mit diesem neuen „Imperativ zur Gender-Flexibilisierung“ (Soiland, 2019, S. 102) eine perfidere Ausbeutungsmöglichkeit etabliert, denn neben der Tätigkeiten auf dem Erwerbsmarkt ist die Frau innerhalb etablierter patriarchaler Strukturen weiterhin, ohne dass dies zur Diskussion stünde und weil es immer noch als naturgegeben angenommen wird (Mies, 2020, S. 49), für die Kinderbetreuung zuständig. Nach Brodie werden Anforderungen an das Geschlecht privatisiert, so dass Verantwortungen für die geschlechtliche Rolle aus dem Öffentlichen in das Individuelle verschoben werden (2004, S. 23). Das verstärkte Belastungsempfinden von Müttern während Corona konnte innerhalb mehrerer Studien nachgewiesen werden, so auch bei Bujard et al. (2021, S. 59). Soiland stellt fest, dass durch eine gefühlte Schuld der Frau, für Probleme mit mehrfachen Rollenerwartungen verantwortlich zu sein, eine mehrheitliche Belastung entsteht (2011, S. 27). So ist die Frau zwar immer noch eindeutig Mutter und eindeutig zuständig für Tätigkeiten wie Homeschooling, wird auf der anderen Seite jedoch auch als Erwerbsarbeitende im Homeoffice herangezogen, um in diesem „öffentlichen Bereich“ möglichst geschlechtlos zu agieren, also ohne Rücksicht auf weiblich konnotiertes Verhalten “Karriere zu machen”.

Warum ist die entlohnte Pflegearbeit so schlecht bezahlt?

Auf der anderen Seite ist bezahlte Care-Arbeit eine eher weiblich konnotierte Erwerbsarbeit, was mit seiner Herkunft aus dem Privaten zusammenhängt. Bezahlte Care-Arbeit meint beispielsweise Tätigkeiten im Gesundheitssektor und allgemeiner alle Erwerbsarbeiten, bei denen sich Arbeitende um andere Menschen kümmern. Durch die Kapitalisierung von Care-Arbeit wurde ein „doppeltes Produktivitätsdilemma“ erzeugt, da die Ausweitung des Care-Sektors mit einer sinkenden Produktivitätsrate einhergeht (Soiland, 2021b): Mit Care-Arbeit kann kein Profit erzielt werden. Von daher wird versucht, im öffentlichen Sektor „das Prinzip der Konkurrenz“ einzuführen. Das Ergebnis, das sich im Rahmen von Corona immer mehr verdeutlicht, besteht laut Soiland darin, dass zeitintensive Arbeit durch neue Technologien oder pharmazeutische Produkte, die Gewinne einbringen, ersetzt werden, anstelle Geld in das Gesundheitssystem zu investieren (Soiland, 2021b). Deshalb wird angenommen, dass die Gesundheitspolitik nicht die Gesundheit der Bürger*innen, sondern vor allem den Profit im Blick habe (Soiland, 2021a). Unbezahlte Sorgearbeit ist, wie gezeigt werden konnte, direkt mit schlecht bezahlter Care-Tätigkeit verschränkt. Eine Aufwertung der Care-Berufe, wie sie Koebe et al. (2020, S. 8) fordern, kann allerdings nur stattfinden, wenn weiblich konnotierte Tätigkeiten grundsätzlich eine höhere Wertschätzung erfahren, was im gegenwärtigen System kaum möglich erscheint.

Die Vaterrolle verändert sich, aber der “fürsorgliche Mann” ist weiterhin eine Besonderheit

Lässt sich ein Anstieg bei der Unterstützung durch Väter bei der Kinderbetreuung zu Zeiten von Corona ausmachen, so kann dies durchaus als Fortschritt begriffen werden, innerhalb dessen auch Männer als unbezahlte Care-Arbeitende tätig werden. Hier muss bedacht werden, dass wiederum die Betonung dieses Zustands darauf hindeutet, dass es sich um eine „besondere Konstellation“ handelt, die die patriarchale Ordnung als „normal“ bestätigt (Waldmann & Aktaş Ulas, 2020, S. 63). Meuser und Scholz erklären, dass dem Mann nach wie vor die Position des „Juniorpartners der Frau“ innerhalb des privaten Raumes inhärent ist, da eine höhere Kompetenz bezüglich unbezahlter Sorgearbeiten bei der Frau vermutet wird. Somit würde sich der Mann nicht als gleichberechtigter Partner wahrnehmen und auf Dauer mit dieser Konstellation unzufrieden sein (2012, S. 36).

Männer müssten zuerst „differente Stile des intrafamilialen Engagements“ (Meuser & Scholz, 2012, S. 38) entwickeln, um sich in der Sphäre der Hausarbeit nachhaltig etablieren zu können. Die sogenannte „fürsorgliche Männlichkeit“, die nicht mehr die Erwerbszentriertheit in die Lebensführung integriert und sich mehr an der Care-Arbeit beteiligt (Meuser, 2016, S. 165), verweist wiederum auf das hierarchische Gefälle im Patriarchat, da die Care-Arbeit erst durch die Darstellung als notwendig und wichtig, weil in diesem Kontext männlich konnotiert, Aufmerksamkeit erlangt (Waldmann & Aktaş Ulas, 2020, S. 63). Dass sich Männer fürsorglicher im privaten Raum verhalten und bei der unbezahlten Sorgearbeit unterstützen, stellt jedoch einen ersten, wenn auch kleinen Fortschritt dar.

Fazit: Wie beeinflussen die Corona-Maßnahmen die Geschlechterverhältnisse?

Einen Blick auf aktuelle Studienergebnisse werfend, kann festgehalten werden, dass nach wie vor die Frau den Großteil der unbezahlten Sorgearbeit bestreitet, was sich auch in Zeiten von Corona nicht geändert hat. Neue Care-Tätigkeiten wie die Lernbegleitung im Homeschooling sowie damit zusammenhängend intensivierte Betreuungstätigkeiten werden vor allem durch Mütter erledigt. Auf der anderen Seite scheint der Wunsch nach traditioneller Mütterlichkeit das Geschlechterverhältnis erneut zu bedrohen, denn es konnte eine Verfestigung von tradierten Geschlechterrollen in konservativen Familien festgestellt werden. Von einer Retraditionalisierung auszugehen, wäre jedoch falsch, da einige Väter durchaus ihre Einstellung zu Care-Arbeiten geändert haben und die Mütter bei der Kinderbetreuung unterstützen. Jedoch deuten die Studienergebnisse darauf hin, dass eine Überwindung gegenwärtiger Geschlechterverhältnisse unter den gegebenen Voraussetzungen nicht möglich ist. Im Hinblick auf die neue Komponente Homeschooling bleibt festzuhalten, dass hier nur eine Geschlechtergerechtigkeit geschaffen werden kann, wenn betriebliche und staatliche Rahmenbedingungen angepasst bzw. verändert werden (Samtleben et al., 2020, S. 44).

Was denkst du über diese aktuellen Auswertungen?

Bist du selbst Mutter und betroffen? Oder hast du persönlich ganz andere Erfahrungen gemacht? Diskutiere gerne mit mir über die Kommentarfunktion.

…und falls du überlegst, dich nochmal weiterzubilden, lies mal hier:

10 Argumente für ein Studium mit 30 (studentenagenten.de)

Literaturverzeichnis (aus der ungekürzten Fassung:)

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Bildnachweis des Beitrags: CC0-Lizenz: Schüler Laptop Betont – Kostenloses Bild auf Pixabay

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