11 Tipps für die perfekten 10 Tage in Lissabon

Nachstehend bekommt ihr von mir 11 Tipps, wie euer Urlaub in Lissabon unvergesslich wird…

Freunde, Familie und Bekannte, denen ich davon erzählte, dass ich „ganz alleine“ verreisen würde, schwankten mit ihren Reaktionen von „…ganz alleine? Also, warum das denn? Das ist doch total langweilig!“ bis hin zu „…wow, das finde ich richtig mutig von dir, Respekt!“ Im Endeffekt war es natürlich schon eine kleine Herausforderung, zehn Tage in einem fremden Land, dessen Sprache man nicht spricht, zu verleben, der ich mich jedoch gerne stellen wollte.

Straßenbahn Nr.28 in Lissabon

Straßenbahn Nr.28 in Lissabon

Und ich kann euch sagen, dass es eine Erfahrung geworden ist, die ich nicht mehr missen möchte.

Du lernst nicht nur eine Menge über die andere Kultur und das jeweilige Land, sondern auch über dich selbst. Du kannst dir deine Zeit selbst einteilen, spontan entscheiden, wenn du etwas doch anders machen möchtest und hast viel Zeit, um über für dich wichtige Dinge nachzudenken. Zumal ich immer auf Achse war und Lissabon so viel zu bieten hat, wurde es mir wirklich niemals langweilig. Ich kann euch sagen, dass ich zwar oft alleine war, jedoch niemals einsam.

Blick über die Alfama

Blick über die Alfama

Für alle, die einen Urlaub planen, der einen Städtetrip mit Strandurlaub verbindet, ist Lissabon genau das richtige Reiseziel.

Bei meiner Planung überlegte ich zuerst auch, ob ich nicht lieber nach Barcelona reisen sollte. Ein Taxifahrer in Lissabon hat es sehr passend zusammengefasst, warum Portugal für mich die richtige Wahl gewesen ist: „Lisbon is becoming more famous for the tourists every year. Because here, you have everything in one city: The fabulous food, the beautiful beach, the cultural buildings and the cheap prices.“ Barcelona ist als Hotspot bereits bekannter und deshalb auch um einiges teurer. Während in Barcelona 1,6 Millionen Menschen leben, sind es in Lissabon nur ungefähr ein Drittel davon, also etwas über eine halbe Million. Aber deshalb sollte man nicht glauben, dass Lissabon langweilig sei. Ich möchte euch nachstehend ein paar meiner Eindrücke schildern, die ich dort gesammelt habe.

Tipp1: Reiseführer nicht vergessen und eine Sightseeing-Tour für den Überblick

Marquês De Pombal

Ausblick auf den Marquês De Pombal. Hier startet die Sightseeing-Tour.

Vor meiner Anreise hatte ich mir einen Reiseführer besorgt, der schon mal einige gute Tipps für mich bereit hielt. Ich überlegte mir, an meinem ersten Tag eine Sightseeing-Tour mitzumachen, die dann an allen wichtigen Punkten der Stadt einmal entlang ging. Ich notierte mir das für mich Interessanteste, was ich an den kommenden Tagen dann noch einmal einzeln und zu Fuß anschauen würde. Am Marquês de Pombal starten die Sightseeing-Touren der Buslinie „Grey Line“. Ich habe die Tickets dafür im Hotel gekauft und somit etwas Geld gespart. Über einen Voice Guide wird in verschiedenen Sprachen während der Fahrt mit dem Topless Bus erklärt, was grade zu sehen ist. Eine gute Möglichkeit, erste Eindrücke von Lissabon zu erlangen.

Tipp 2: Going by Metro: Sehr günstig und sehr schnell

Metro-Station vor meinem Hotel. Bezaubernd, oder?!

Metro-Station vor meinem Hotel. Bezaubernd, oder?!

In die meisten Teile von Lissabon kommt ihr bequem mit der Metro. Es sind farblich gekennzeichnete unterschiedliche Linien vorhanden, die die Orientierung vereinfachen. Besorgt euch einen Stadtplan und dann kann es auch schon losgehen. In das historische Stadtviertel Belém kann man allerdings nur mit dem Zug reisen, was jedoch, wenn man die Linie 5 benutzt, eine Küstenfahrt am Strand entlang beinhaltet und auch sehr schön sein kann. Einmal eingestiegen, zahlt ihr auch nur einmal (1,40 € pro Fahrt), bis ihr euch aus dem kompletten Metrosystem wieder „ausloggt“. Innerhalb von 10-15 Minuten seid ihr eigentlich überall.

Tipp 3: Kultur, Geschichte und Co.: Ein Tagesausflug nach Belém

Der Torre de Belém ist das Wahrzeichen der Altstadt.

Der Torre de Belém ist das Wahrzeichen der Altstadt.

Steht ihr auf Kultur und historische Gebäude, solltet ihr euch eine Zugfahrt nach Belém (Zug Richtung Cascais) nicht entgehen lassen. Hier findet ihr nicht nur den Torre de Belém, das absolute Wahrzeichen der Stadt und das Padrão dos Descobrimentos, sondern auch die berühmt-berüchtigten Pastéis de Belém, kleine runde Blätterteigküchlein mit Früchten, die man mit Zimt und Zucker bestreut. Um ein Törtchen zu ergattern, muss man schon mal gut eine halbe Stunde anstehen. Außerdem kann man sich hier das Mosteiro dos Jerónimos anschauen, ein unglaublich detailliertes Bauwerk aus dem Jahre 1601 (Fertigstellung).

Tipp 4: Auch für die Kleinen ganz groß: Das Oceanário de Lisboa und die Telecabine Lisboa (Seilbahn)

Ocenário De Lisboa.

Ocenário De Lisboa.

Das Oceanário de Lisboa im Parque das Nações stellt die unterschiedlichen Ozeane dar in riesigen Wasserbecken, die man seitlich einsehen kann. Darin schwimmen unter anderem Rochen, Haie und Mondfische herum. Wirklich beeindruckend! Mein persönliches Highlight war jedoch das Seeotter-Pärchen, das es sichtlich genoss, sich beim Rückenschwimmen beobachten zu lassen, während sich beide Tiere das süße Näschen putzten und danach einen Purzelbaum hinlegten. Wenn ihr dann schon mal in diesem Park seid, der auch das ehemalige Gelände der Expo-Ausstellung war, lasst es euch nicht entgehen, mit der Seilbahn zu fahren. Ihr werdet hoch über den Tejo gezogen und habt von dort aus eine atemberaubende Aussicht.

Tipp 5: Schlendern durch die Alfama mit all ihren Specials und eine Fahrt mit der uralten Straßenbahn

Typisches Wäschetrocknen in der Alfama

Typisches Wäschetrocknen in der Alfama

Die Altstadt Alfama besticht durch ihre steinigen und steilen Gassen, die es hier zu hunderten gibt. Die Menschen trocknen hier noch ihre bunte Wäsche an Wäscheleinen, die aus dem Fenster hängen. Viele Häuser sind mit portugiesischen, bunten Kacheln verkleidet, ein wirklich toller Anblick. Wenn ihr schon in der Gegend seid, könnt ihr auch mit der Elétrico 28, einer über hundert Jahre alten Straßenbahn, durch die Straßen knarren. Ein wirklich einmaliges Erlebnis, aber man sollte versuchen, einen Sitzplatz zu ergattern, da es sonst sehr anstrengend werden kann. Einen tollen Ausblick über die Alfama und den Tejo erhaltet ihr aus dem Restaurant Portas do Sol. Hier kann man es sich auf einem Sitzkissen gemütlich machen, ein Fischgericht bestellen und dazu den Blick in die Ferne schweifen lassen. Ich kam so auch ins Gespräch mit einer sehr netten Londonerin, die es sich ebenfalls mit einem Wein und einem Buch neben mir gemütlich gemacht hatte. Weiter ging es zum Castelo de São Jorge, das jedes Fotografenherz erstrahlen lässt. Von den Burgtürmen aus hat man eine fabelhafte Aussicht und kann die schönsten Bilder machen. Die Burg ist sehr weitläufig und hat auch eine eigene Gastronomie. Wenn ihr dann noch Zeit habt, könnt ihr mit dem historischen Stadtaufzug, dem Elevador de Santa Justa, von Baixa (Unterstadt) nach Chiado (Oberstadt) fahren. Hin- und Rückfahrt kosten dabei allerdings zusammen 5 Euro, wobei die Fahrt nur ein paar Sekunden dauert. Jedoch hat man auch hier von oben wiederum eine wunderbare Aussicht.

Tipp 6: Einen Fado-Abend erleben und dazu ein portugiesisches Essen genießen

Ich genieße meinen Fisch beim Fado-Abend.

Ich genieße meinen Fisch beim Fado-Abend.

Fado, das ist ein portugiesisches, volkstümliches Musikgenre, das sich durch vielerlei Attribute umschreiben lässt und übersetzt „Schicksal“ heißt: Es ist vor allem schmachtend, leidenschaftlich, sehnsüchtig und leidend, es erzählt von Schmerz und Liebe und von Lissabon. Die sogenannte saudade, ein Lebensgefühl der Portugiesen, kommt durch den Fado zum Ausdruck. Er wird durch zwei traurig dreinblickende Männer mit einer Gitarre und einer portugiesischen Gitarre begleitet und durch einen Sänger oder eine Sängerin inbrünstig vorgetragen. Mittlerweile gibt es den auf den Touristen zugeschnittenen Fado, weshalb es für mich wichtig war, den Fado in seiner ursprünglichen Form zu erleben. Nach einigen Recherchen bot sich vor allem das Lokal „Mesa de Frades“ an, in dem der Fado Vadio, also der spontane Fado in Gaststätten, dargeboten wird, der auch weniger kostspielig ist als der Fado Professional. Nach einem 4-Gänge-Menü mit leckeren Tapas, bestehend aus Wachteln, Oliven, Fischkroketten, Brot mit Aioli und Käse, Tintenfisch und anderen Leckereien, darauf folgend Suppe, Fisch und als Nachtisch unterschiedliche Cremes und Mousses, begann der Fado um 23 Uhr und sollte sich bis spät in die Nacht ziehen. Die Türen wurden verschlossen, nur Teelichter erhellten den Raum. Alle rückten beisammen, rund um die Künstler, die ihre Instrumente stimmten. Nach ein paar Minuten legten sie dann los. Es war unglaublich, wie extrem leidenschaftlich der Fado vorgetragen wurde. Sehr empfehlenswert.

Tipp 7: Portweinprobe und geselliges Beisammensein

Portweinprobe und leckere portugiesische Tapas sowie superliebe Bekanntschaften und ein lustiger Kellner

Portweinprobe und leckere portugiesische Tapas sowie superliebe Bekanntschaften und ein lustiger Kellner

Portugal ist vor allen Dingen für seinen Portwein bekannt, der mehr Likör als Wein ist. Jedenfalls hat er einige Umdrehungen mehr. Es empfiehlt sich, so einen leckeren Tropfen einmal zu probieren. Zum Beispiel im Bairro Alto im „Grapes and Bites“, einem portugiesischen Weinlokal. Meine Freundinnen und ich, die ich dort kennengelernt habe, gönnten uns einen Vintage Port aus dem Jahre 2004, bei dem das Glas zwischen 10 und 13 € kosten kann. Die Flasche wurde durch den Kellner mit einem glühenden Eisen geöffnet, indem der Flaschenhals durchgeschmolzen wurde. Eine echte Attraktion. Dazu bestellten wir leckere Tapas, bestehend aus Fisch, Salami und Käse. Zum Nachtisch gab es ein Schokoladenfondue mit Früchten. Das war ein wirklich traumhaft schöner Abend.

Tipp 8: Nachtleben: Vielfältig wie sonst nirgendwo

Die "beste Diskothek in Lissabon" laut den Einheimischen: Urban Beach.

Die „beste Diskothek in Lissabon“ laut den Einheimischen: Urban Beach.

… und da wir uns grade bereits im Bairro Alto befinden, hier der nächste wichtige und gute Tipp: Das Bairro Alto ist nämlich bekannt für sein Nachtleben. Die jungen Menschen stehen hier nachts in den Straßen vor den zahlreichen Kneipen und trinken ihr Bier oder ihren Mojito. Die Straßen sind hübsch geschmückt mit bunten Girlanden. In den Kneipen wird Live-Musik gespielt, ein Cocktail kostet 5 Euro. Man kommt superschnell mit anderen ins Gespräch. Im Bairro Alto hält man sich zwischen 22 Uhr und 2 Uhr nachts auf. Danach zieht man weiter.
Zum Beispiel zum Cais do Sodré, einem sich zu einem In-Viertel mausernden Stadtteil, der ebenfalls vor allem im Freien zum Quatschen und Trinken einlädt. Am Hafen haben sich in den letzten Jahren einige neue Clubs etabliert. Von dort aus kann man an der Küste entlang an einem der vielen Docks super Party machen. Alte Lagerhallen wurden zu hippen Clubs umgebaut.
Laut Reiseführer ist das Lux Fragil, das John Malkovich zum Teil gehört, der beliebteste und beste Club in Lissabon. Nach Berichten Einheimischer ist das jedoch Vergangenheit und abhängig vom Wochentag. Der Urban Beach Club, nah am Cais do Sodré gelegen, ist der neue Hotspot für alle Nachtschwärmer. Der Außenbereich mit Pool lädt auch nachts noch zum Schwimmen ein. Die Musik ist sehr Black-Music-lastig, Portugiesen lieben Raggaeton, Kuduro und Kizomba. Kizomba ist gleichzeitig auch ein Tanz mit brasilianischen Einflüssen, den man langsam und engumschlungen tanzt.
Der Eintrittspreis in die Diskotheken ist unterschiedlich hoch, man kann schon sagen, dass die Türsteher eine „Gesichtskontrolle“ durchführen und den Eintritt teurer machen, wenn ihnen jemand nicht gefällt.
Das „Guiltys“ in der Nähe des Rossio mitten in Lissabon veranstaltet ebenfalls gute Parties, allerdings sagte man mir, würde sich hier die High Society von Lissabon treffen, weshalb es bei einem Mittagessen für mich blieb. Wenn ihr hier seid, probiert unbedingt die Nutellapizza mit weißen Schokoflocken und Erdbeeren, echt ein Traum!

Tipp 9: „Cafézinho“ trinken auf dem Praça Do Comercio

Kaffee trinken am Praça do Comércio.

Kaffee trinken am Praça do Comércio.

Wer das bunte Leben spüren will, macht einmal Rast auf dem Praça Do Comercio oder dahinter, vor dem großen Tor. Einen leckeren Kaffee trinken und dabei Postkarten schreiben ist eine tolle Gelegenheit, das bunte Treiben an sich vorüberziehen zu lassen. Pantomime- Künstler, Gitarrenspieler, Breakdancer, Happenings,… und rundherum Menschen aus aller Welt. Meinem Eindruck nach liegt der größte Anteil der Touristen hier bei den Franzosen. Der Rossio ist der zentrale Platz, von dem aus man alles am besten erkunden kann. Es gibt hier auch eine Metro-Haltestelle.

Tipp 10: Lass uns zum Strand an die Costa de Caparica!

Die schönen Strände liegen leider etwas weiter entfernt, zwischen 20 und 30 km. Jedoch lohnt sich die Anreise. Während Carcavelos sehr touristenüberfüllt ist, wird den meisten Touristen der Strand in Cascais empfohlen. Dorthin kann man mit dem Zug in 30 Minuten fahren. Ich habe mich allerdings für den Strand an der Costa de Caparica entschieden.

Costa De Caparica Beach.

Costa De Caparica Beach.

Laut den portugiesischen Einheimischen ist das der schönste Strand in der Umgebung. Man gelangt zu ihm, indem man über die Brücke auf die andere Seite fährt. In der Strandbar „Kontiki Bar“ konnte ich in einem Strandbett chillen und wurde durch Kellner mit Essen und Getränken bedient. Viele Surfer waren hier zugegen und ebenfalls Geschäftsleute. Es schien mir ein gehobener Abschnitt des Strandes zu sein. Man fühlte sich jedoch sehr wohl, auch alleine. Ich hatte ein Buch dabei, Musik und natürlich meine Kamera.

Tipp 11: Shopping im schönsten Shopping-Center

Shoppen, shoppen, shoppen

Shoppen, shoppen, shoppen

Das Shopping-Center Colombo bietet viele, auch in Deutschland bekannte Läden (Zara, Mango, etc.) und diverse Essensmöglichkeiten. Es sind zwei Stockwerke vorhanden. In einem kleinen Schmucklädchen habe ich mir wunderschöne, portugiesische Ohrringe gekauft. Leider hatte ich für das Shopping nicht allzu viel Zeit, da es noch so viel zu sehen gab… und das soll schon was heißen, wenn ich für das Shoppen nur zwei Stunden meines Urlaubs einplane 😉

So meine Lieben, ich hoffe, ich konnte euch einen ersten guten Eindruck vermitteln und ein paar tolle Tipps geben.

Liebe Grüße, eure Marie

(Quelle/Urheber aller Fotos in diesem Beitrag: Marie-Christin Graener)

2 Kommentare

    • Studentenagenten

      Kaddi, das freut uns zu hören. Dann packst du am besten schon mal die Koffer… wenn auch nur für’s Gefühl 😉

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