10 Schritte, um die perfekte Abschlussarbeit zu schreiben

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Ich sitze an meinem Schreibtisch, um mich herum stapeln sich Bücher, Zeitschriften und DVDs. Pures Chaos, dabei bin ich doch eigentlich ein sehr ordentlicher Mensch. Hilfe, ich versinke! Denn: “Wenn alles gesagt und getan ist, dann … fehlt meistens noch die Abschlussarbeit.” (Zitat: Frei vervollständigt nach MIR :-D)

Oh ja. Wie oft höre ich das: “Eigentlich bin ich ja mit dem Studium fertig. Aber die Bachelor-/Masterarbeit schiebe ich seit einer gefühlten Ewigkeit vor mir her.” Das liegt in vielen Fällen daran, dass man sich nicht im Klaren darüber ist, über was man eigentlich schreiben soll oder aber dass man ein Thema gewählt hat, das einen eigentlich gar nicht so wirklich interessiert. In diesem Beitrag möchte ich dir helfen, diese Problematik zu überwinden und schneller sowie problemloser an dein Ziel zu kommen.

Eine Strategie ist schon VOR dem Schreiben wichtig!

An der Ruhruniversität Bochum hast du beispielsweise sechs Wochen Zeit, deine BA-Arbeit zu schreiben; an der TU Dortmund wiederum acht Wochen (bei nicht-empirischen Arbeiten), dafür ist der Umfang jedoch auch etwas größer. Vor Anbruch dieser Zeit sind jedoch wichtige Vorbereitungen zu treffen, die den Grundstock bilden und von daher nicht zu unterschätzen sind. Im Folgenden erläutere ich deshalb, wie du deine Abschlussarbeit perfekt angehst und planst.

Schritt 1: Ein grobes Thema wählen

Wofür schlägt dein Herz? Dein Studienfach sollte sich ja im Idealfall mit deinen Interessen decken und dementsprechend ist es eigentlich auch ziemlich einfach, ein gutes Thema zu finden. Helfen kann dir hierbei das dir sicherlich gut bekannte Brainstorming. Beim Brainstorming kannst du auch mithilfe von Assoziationsketten arbeiten. Gut ist auch immer ein direkter Bezug zu einem Seminarthema, so bekommst du automatisch erste Literaturvorschläge aus dem Semesterapparat und hast idealerweise auch schon einen Prüfer, der sich für das Thema genauso interessiert wie du. Wichtig ist allerdings auch, dass der Dozent prüfungsberechtigt ist. Das kannst du auf der jeweiligen Website deiner Hochschule recherchieren.

Wenn du also ein grobes Thema auf dem Schirm hast, aber irgendwie nicht weiter kommst, dann überleg dir kurz, welche weiteren Begriffe bei deinem Thema eine Rolle spielen, zum Beispiel so:

Brainstorming Abschlussarbeit

Schritt 2: Ergebnisse des Brainstormings ausformulieren und eine Mindmap erstellen

Hierbei kann dir eine übersichtliche Mindmap in Form eines Diagramms helfen. Ich habe bereits in einem anderen Artikel über gute Programme berichtet, mit deren Hilfe du am Computer ganz easy übersichtliche Mindmaps erstellen kannst.

Schritt 3: Literaturrecherche für die Abschlussarbeit

In der jeweiligen Onlinebibliothek deiner Hochschule kannst du also per Stichwort oder auch über Autorennamen / Buchtitel oder Thema nach passender Literatur suchen. Hochschulen bieten meistens auch Tutorien zur erfolgreichen und qualitativen Literaturrecherche an.

Angenommen, du schreibst deine Arbeit über Sozialisationstheorien, dann sollten natürlich Theoretiker, die bereits in den Grundlagenveranstaltungen erwähnt wurden, auch in den Literaturangaben nicht fehlen: Durkheim, Parson, Mead, Habermas, etc.

Schritt 4: Einbindung von möglicher Literatur in deine Mindmap

Du hast deine Mindmap soweit stehen? Super. Dann kannst du diese jetzt noch verfeinern, indem du wichtige Literatur an den entsprechenden Stellen vermerkst. Diese Übersicht ist nicht nur für dich wichtig, sondern auch für deinen Prüfer. Er wird sicherlich begeistert sein, wenn du so gut vorbereitet in die erste Sprechstunde gehst.

Ausschnitt aus einer meiner MindMaps zur Vorbereitung einer Hausarbeit

Ausschnitt aus einer meiner MindMaps

Schritt 5: Formulierung einer These

Mithilfe deiner Mindmap hast du jetzt den Grundstein gelegt und bestimmt schon ein Gefühl, wohin die Reise gehen soll. Zu welchen Unterpunkten gibt es besonders gute Literatur? Und wenn du empirisch arbeiten willst: Welche Bereiche sind bislang unzureichend erforscht worden? Nimm einen Marker zur Hand und kennzeichne die Teilbereiche, die du für dich als am interessantesten einstufst. Und nun versuche, mit diesen Begriffen eine These zu formulieren. Diese muss noch nicht perfekt sein, aber du hast eine Grundlage, die du mit dem Prof diskutieren kannst.

Schritt 6: Absprache mit deinem Wunschprof in der Sprechstunde

Die Mindmap ausgedruckt und unterm Arm, vereinbarst du nun die Sprechstunde. Du hast jetzt eine übersichtliche Darstellung deines Vorhabens und weißt, wo du wann an Literatur kommst. Nach der Sprechstunde wirst du noch schlauer sein und entweder mit der ursprünglichen These / dem ursprünglichen Arbeitstitel durchstarten oder die perfektionierte Version in Angriff nehmen. Bespreche aber auch, ob die allgemein gültigen Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens deiner Fakultät auch für deine Bachelor-Arbeit gelten oder ob dein Prof spezielle Wünsche hat, zum Beispiel bei der Zitation, dem Quellenverzeichnis oder diverser Formulierungen. Er kann dir zudem weitere Tipps für gute Literatur geben, also scheu dich nicht zu fragen.

Literaturrecherche AbschlussarbeitSchritt 7: Literatur beschaffen, Arbeit anmelden und los geht es

Jetzt geht es an’s Eingemachte: Die Formalitäten sind geklärt, die Literatur ist (hoffentlich) ausleihbereit: Zur Not gibt es noch die Fernleihe oder du stöberst direkt in den Bibliotheken der Nachbar-Unis. Besonders interessante und essentielle Literatur bestelle ich mir zum Teil auch mal für meine persönliche Bibliothek. Der Vorteil ist: Ich kann in diesen Büchern herummarkieren, wie ich lustig bin. Such dir am besten einen geeigneten Ort für die Lektüre deiner Arbeit, an dem du ungestört bist. Manchmal ist es effektiver, in der Bibliothek zu lernen als zu Hause. Mach dir Notizen, arbeite mit bunten Post its, die unterschiedliche Themenschwerpunkte in den Büchern markieren und bekomme so eine erste Idee von dem Aufbau deiner Arbeit.

Schritt 8: Die Gliederung der Abschlussarbeit aufstellen

Eine erste Gliederung (Inhaltsverzeichnis) hilft dir bei der Strukturierung deiner Arbeit, jedoch wird diese niemals am Anfang des Schreibens genauso aussehen wie am Ende des Schreibprozesses, denn deine Arbeit entwickelt sich in dessen Verlauf immer weiter. Trotzdem musst du ja wissen, wo du mal hin willst. Beim Schreiben der Gliederung wird dir bereits auffallen, ob der rote Faden vorhanden ist oder du Teile der Arbeit weglassen oder umformulieren musst. Versuche immer, eine gerade Linie beizubehalten und deine zentrale These nie aus den Augen zu verlieren.

Schritt 9: Der Schreibprozess beginnt

Es macht in den meisten Fällen Sinn, mit der Einleitung auch zu beginnen, da du hier noch einmal schriftlich reflektierst, was du überhaupt erreichen willst und wie deine Argumentation verlaufen soll. Den kompletten Schreibprozess kann ich hier natürlich nicht für dich abbilden, aber wenn du einmal dabei bist, wirst du merken: Du weißt schon, was zu tun ist. Erlaube dir auch Pausen, so kannst du konzentrierter an deiner Arbeit basteln. Die Motivation fehlt dir, am Ball zu bleiben? Tim Reichel von Studienscheiss hat ein Buch geschrieben, dass sich damit befasst, mit welchen Strategien du deinen Abschluss motiviert und schnell fertig bekommst: Den Bachelor of Time. In Punkt 10 möchte ich dir meine Lieblingsmethode vorstellen, die ich selbst ausprobiert habe und die für mich super funktioniert.

Schritt 10: Am Ball bleiben: Ein Hoch auf die Motivation

Es gibt unterschiedliche Techniken, um die Aufschieberietis abzulegen und lieber produktiv zu sein, um schneller an dein Ziel zu kommen. Im Bachelor of Time erläutert Tim Reichel ausführlich, wie du dich selbst gut motivieren kannst. Ich veranschauliche meine persönliche Lieblingstechnik im Folgenden für dich:

Die Pomodoro-Technik: 25 Minuten produktiv sein und danach 5 Minuten chillen: Ich mag diese Technik schon allein, weil sie mich an Spaghetti mit Tomatensauce erinnert. Denn pomodoro heißt übersetzt Tomate. Die Küchenuhr von Francesco Cirillo, der diese Technik erfand, hatte die Form einer Tomate, daher die Namensgebung. Die exakte Geschichte kannst du bei Tim lesen. Jedenfalls stellte sich Cirillo diese Küchenuhr und versprach sich selbst nach 25 Minuten Produktivität eine Pause von 5 Minuten. “In dieser Pause mache ich alles, was ich möchte: Ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.” Schokolade essen, Candy Crush spielen, YouTube-Videos schauen, Spaghetti in Tomatensauce kochen, einen Mini-Powernap (ok, dafür sind 5 Minuten vielleicht recht kurz…) Jedenfalls hat mir diese Methode extrem weitergeholfen. Die Aussicht auf eine Belohnung bringt mich dazu, die restliche Zeit konzentriert am Ball zu bleiben.

Du kannst diese Technik natürlich auch modifizieren und zum Beispiel 40 Minuten am Stück arbeiten und dafür 10 Minuten Pause machen, das ist meine Variante. Wenn ich mich an Tims Regeln halte, dann darf ich nach 4 Pomodoro-Einheiten eine längere Pause von 15-30 Minuten einlegen (wahrscheinlich koche ich dann besser hier meine Spaghetti) und beginne danach wieder von vorne. Du findest, das klingt produktiv? Ja, ist es auch. Weitere Motivationstricks verrät Tim außerdem auch in diesem Gastbeitrag hier auf meinem Blog.

Fazit: Planung, Umsetzung und am Ball bleiben: Das A und O für die perfekte Abschlussarbeit

Wenn du deine To Do-Liste nach diesem Vorbild ausarbeitest, weißt du immer genau, was du wann zu tun hast. Außerdem kannst du dich besser motivieren, wenn du bestimmte Strategien dafür ausbildest. Der Bachelor of Time liefert hier diverse Ansätze, die ich selbst alle schon ausprobiert habe und von der ich auch eine hier vorgestellt habe. Und: Nein, dies ist kein sponsored Post, sondern ein Beitrag aus Überzeugung.

Hast du noch weitere Tipps, die zu einer perfekten Abschlussarbeit führen?

 

Fotos Brainstorming / Mindmap / Bücher: Marie-Christin Graener

 

21 Kommentare

  1. Danke für diesen Bericht. Auch wenn er schon ein paar Tage alt ist, habe ich dennoch viele nützliche Informationen sammeln können. Ich habe das “Glück” gehabt das Thema Messung von Füllständen für meine Masterarbeit bekommen. Ok, es hätte schlimmer kommen können, aber nicht wirklich viel

  2. Christina Mees

    Hey Marie, tolle Tipps, die ich zum neuen Jahr direkt mal umsetzen werde, um meine Masterarbeit zu schreiben 🙂 Man braucht ja schließlich gute Vorsätze.

    • Marie-Christin

      Hallo Christina,
      vielen Dank. Ich freue mich schon auf deinen Bericht, wie das Studium abschließend verlaufen ist.
      Viele Grüße, Marie

  3. Das würde mir jetzt mehr als gelegen kommen. Musste aufgrund von Krankheit von meiner BA zurücktreten und darf das Thema jetzt so nicht mehr bearbeiten. Mal sehen ob ich mal Glück habe!!! Finde die Idee und die Geste sehr toll!

    Liebste Grüße Marina

    • Marie-Christin

      Hallo Marina,
      dankeschön für den lieben Kommentar. Das ist ja wirklich richtig blöd.
      Ich hoffe, du findest ein neues Thema, was dir ebenfalls Spaß macht.
      Liebe Grüße, Marie

  4. Hey Marie,
    Toller Artikel…wer kennt diese Probleme nicht? 😀 Ich schiebe auch gern Hausarbeiten oder Ähnliches vor mir her. Dabei hilft es mir oft wenn ich mir eigene Fristen setze, wenn ich kein Abgabedatum habe, sodass ich das Ziel nicht aus den Augen verliere 😉 Bei meiner nächsten Arbeit werde ich die Pomodoro-Technik ausprobieren! 🙂
    Bis bald und ganz liebe Grüße Maike

    • Marie-Christin

      Hallo Maike, vielen lieben Dank. Die Methode mit den “geheimen Fristen” ist auch für mich bis jetzt (meistens) effektiv gewesen. To Do-Listen sind da auch sehr hilfreich.
      Viele Grüße 🙂

  5. Hallo liebe Marie… Auch als Nicht-Student bin ich immer wieder auf deinem Blog. Diesen Artikel musste ich erstmal sofort teilen, weil mir oft Freunde von ihren Zeit Problemen bei der Umsetzung ihrer Arbeiten berichten. Somit auch im von mir und den Leuten, die hoffentlich auf meine Empfehlung hören, vielen lieben Dank. Und wer weiß, wie das Leben spielt , vielleicht benötige ich den Artikel dann doch noch mal. Für ein Studium ist es ja nie zu spät. Ich freue mich auf deinen nächsten Beitrag. Liebe Grüße Kathrin

    • Marie-Christin

      Hallo Kathrin, vielen Dank für deinen Beitrag. Und du hast Recht: Es ist nie zu spät 🙂

  6. Hallo liebe Marie,
    deine Tipps sind wirklich toll und helfen, um strukturiert und wissenschaftlich arbeiten zu können! Ich hätte sie noch gut vor ein paar Wochen gebrauchen können – bin aktuell in den letzten Zügen meiner Masterarbeit zum Thema “Mediale Selbstkonstitution im Food-Blogging”… Leider haben mich deine Tipps ein wenig zu spät erreicht – dafür sind sie für andere Leser sicher umso wertvoller 🙂
    Sehr gelungener Beitrag!

    Ganz iebe Grüße
    Laura

    • Marie-Christin

      Hallo Laura,
      schön, dass dir mein Beitrag gefällt. Ja wirklich schade, dass er etwas zu spät kommt. Aber toll, dass du schon so weit bist. Glückwunsch zu deinem Fortschritt. Das Thema klingt übrigens total interessant. Ich wünsche dir weiterhin ganz viel Erfolg.

  7. Marie-Christin

    Hallo Kira,
    dankeschön für deinen Kommentar.
    Ich drücke dir für deine Arbeit die Daumen, auf gutes Gelingen 🙂

  8. Liebe Marie!
    Sehr cooler Artikel! Ich glaube es geht fast jedem Studenten so vor einer Abgabe und manchmal hat man einfach ein Brett vor dem Kopf – obwohl die einfachsten Dinge wie, eine Gliederung schreiben, kleine Ziele setzen und die Pomodoro Technik eigentlich so super wirksam sind! Sehr sehr coole Tipps hast du da zusammengestellt! Bin gespannt, ob ich das ein oder andere noch umsetzen kann für meine Masterarbeit derzeit! Go Go Go! 😉

    Viele Grüße,
    Kira

  9. Da sind auf jeden Fall sehr hilfreiche Tipps bei ? Die Pomodoro-Technik werd ich demnächst auch mal ausprobieren ?
    Mach weiter so, dein Blog ist echt klasse ?

    • Marie-Christin

      Hallo Christin,
      danke dir 🙂 Ja probiere es mal aus und berichte mal, wie es gelaufen ist.
      Liebe Grüße, Marie

  10. Da ich gerade selbst an meiner Masterarbeit schreibe, kann ich direkt aus eigener Erfahrung sprechen 😉 ich kann wirklich nur empfehlen, das Handy lautlos zu stellen, in ein anderes Zimmer zu legen und beim Tippen am PC kein Facebook offen zu haben… oder eine Seite, auf der man schon das nächste Partyoutfit shoppt ;D Man guckt ja doch schnell mal rein und unterbricht damit jedes mal seinen Gedankengang… ich bin von mir selbst überrascht wie konzentriert und produktiv ich plötzlich sein kann 😀

    • Marie-Christin

      Hallo Jasmin,
      Danke für deinen Comment. Das ist eine super Ergänzung und du hast ja so Recht. Abends und nachts arbeiten hilft mir da auch ungemein, da dann alle anderen schlafen und ich so weniger abgelenkt bin. Aber das muss natürlich auch möglich sein. Viele Grüße.

  11. Danke, Marie! ?Das sind wirklich nützliche Tipps, die einem die Angst vor der ersten großen Abschlussarbeit nehmen!??I like that! Immer wieder erhellend!?

    • Marie-Christin

      Hallo Rike, dankeschön. Freut mich, wenn meine Beiträge weiterhelfen. Liebe Grüße 🙂

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