10 Argumente für ein Studium mit 30

Ich habe eine Schwelle in meinem Leben überschritten. Du liest richtig. Überschritten. Impliziert, dass ich nicht getragen wurde. Es handelt sich also um eine Schwelle, die NICHTS mit Hochzeit oder ähnlichem zu tun hat. Die Schwelle betrifft mein Alter. Du hast es dir sicher schon gedacht. Wobei ich vor vielen, vielen Jahren gerne die eine Schwelle mit der anderen verknüpft hätte. Zumindest war das meine Vorstellung mit ungefähr 6 Jahren.

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“Blick in die Zukunft, Blick über das Ruhrgebiet. Tippelsberg Bochum.”

So soll mein Leben mit 30 aussehen… das war zumindest meine Vorstellung mit 6. Aber es kam alles anders…

Sicherlich kennst du die Zeilen aus Marteria’s “Oh mein Gott”:

Bin jetzt 30, keine Angst, ich heirate bald.
Brüder und Schwestern, stellt schonmal das Weihwasser kalt…

Sie spiegeln wunderbar das Bild der Gesellschaft wieder, das immer noch vorherrscht:
Mit 30 musst du fertig sein. Einen Lebensentwurf haben. Geld verdienen. Fest im Berufsleben stehen. Und nebenbei Mutter werden.

Im Freundeskreis geht’s so langsam los: Zwei Hochzeiten, bislang ohne Todesfall, das erste Baby.

Mit der privaten Situation geht die berufliche einher

Und ich finde es nicht falsch, vorläufig andere Prioritäten zu setzen, denn mit der privaten Situation geht bei mir die berufliche einher: An der Uni sind die meisten Kommilitonen einige Jahre jünger. Sätze wie: “Mit 30 will ich gut verdienen und mein erstes Kind in die Welt setzen” gehören zum Standardrepertoire meiner studentischen Leidensgenossen. Schöner Plan, den hatte ich damals auch noch.

Fakt ist jedoch auch, dass unsere Generation “später dran” ist als die unserer Eltern: Das hängt mit vielen Einflussfaktoren zusammen: Erstmal Karriere machen, sich länger orientieren, Geld sparen und nicht zuletzt die erschwerte Partnerfindung im Zeitalter einer Wegwerfgesellschaft, in der wir zum Produkt degradiert werden (ich sage nur: Parship, Tinder und Co.). Apropos Partnerbörsen: Muss man eigentlich bei Elitepartner seinen Hochschulabschluss nachweisen, damit man sich Single mit Niveau nennen darf? 😉

Familienmitglieder äußern regelmäßig ihr Unverständnis über meinen Bildungsweg: Wann bist du denn endlich fertig? Und was bist du dann?”

Man muss dazu sagen, dass besonders die Verwandten, die selbst nie studiert haben und nur den Weg von der Ausbildung ins Berufsleben kennen, also keinerlei Vorstellung davon haben, was es überhaupt heißt, zu studieren, mit solchen unterschwellig vorwurfsvollen Fragen auf Familienfeiern auftrumpfen. Ich versuche, Verständnis für sie aufzubringen und mir Gegenargumente zu kneifen. Würde sowieso nichts bringen.

Erinnert dich das an deine eigene Situation?

Vielleicht bist du grade nicht besonders glücklich über deine berufliche Situation, willst den Arbeitgeber wechseln oder überlegst, sogar trotz fester Anstellung noch zu studieren? Oder du bist Student*in, hast zuvor bereits gearbeitet und bist deshalb älter als deine Kommilitonen, weshalb du die Befürchtung hast, beruflich benachteiligt zu werden? Im Folgenden bekommst du von mir die ultimative Pro-Liste mit 10 Argumenten, warum es gut ist, sich nicht zu früh festzulegen oder aber sich noch einmal neu zu orientieren. Übrigens ebenfalls auf dein Privatleben anwendbar 😉 

10 Argumente für ein Studium mit 30 (auch für dein späteres Vorstellungsgespräch nach dem Studium)

1. Ein schwieriger Schritt von der vollen Berufstätigkeit in ein Studium beweist Mut

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“Du musst nicht unbedingt in andere Fußstapfen treten. Mach deine eigenen groß.”

Von der Altbau-Wohnung im Bonzenviertel Bochum-Stiepel in die Dachgeschosswohnung in die Bochumer Hood “LA” (Langendreer): Das ist schon ein Unterschied. Damit zusammenhängend ein viel geringeres Einkommen und ein allgemein geringerer Lebensstandard: Wenn du schon mal ein volles Gehalt verdient hast, ist das eine extreme Umstellung. Du musst auf Vieles verzichten, wenn du dich für ein Vollzeitstudium entscheidest. Und das beweist Mut. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und bewegt sich nicht gerne aus seinem bekannten Umfeld heraus. Und wenn du diesen Schritt gemeistert hast, beweist es, dass du in der Lage bist, dich weiterzuentwickeln. Und auch beruflich etwas wagst. Dass du also für deinen potentiellen Arbeitgeber nicht nur stumpf alltäglich deine Arbeitsprozesse durchführst, sondern eigene Ideen und frischen Wind in das Arbeitsklima einbringst. Und auch bereit bist, dich zukünftig hausintern weiterzubilden.

2. Du kannst dich durch deine vielfältigen Erfahrungen eindeutig positionieren… und hast über den Tellerrand hinausgeblickt

Du hast ein Ausbildung gemacht, in verschiedenen Bereichen gearbeitet, neben dem Studium diverse Mini-Jobs ausgeführt und Praktika absolviert… all diese Erfahrungen haben dich standfest gemacht und du hast herausgefunden, was zu dir passt und was dir Spaß macht. Du weißt jetzt genau, was du willst. Und nicht nur theoretisch, sondern praktisch. Auch Erfahrungen, die für dich persönlich nicht so schön waren, haben dich weitergebracht: Denn zu wissen, was man nicht möchte, impliziert, dem näher zu kommen, was man wirklich will. Viele Menschen entscheiden sich früh für einen beruflichen Weg und trauen sich dann nicht mehr, den Pfad zu verlassen, obwohl sie dieser eigentlich nicht erfüllt. Eines solltest du dir aber immer merken: Dein Beruf ist das, womit du den Großteil deines Lebens verbringen wirst. Bist du in deinem Beruf nicht glücklich, hat das auch negative Auswirkungen auf dein Privatleben. Ich habe nach meiner kaufmännischen Ausbildung zwei Jahre gearbeitet und für mich festgestellt, dass es mich nicht erfüllt. Aber trotzdem hat mir diese Zeit sehr viel gebracht. Denn ich kenne das Berufsleben nicht nur aus der Theorie. Und dass du Arbeitsprozesse erlernt hast, wird auch jeder zukünftige Arbeitgeber sofort merken. Es ist eben doch ein riesengroßer Unterschied von der Theorie zur Praxis.

3. Du bist selbstbewusst und hast dich gefunden

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“Fest verwurzelt kann ich über mich hinauswachsen.”

Mittlerweile hast du dir so viele Gedanken darüber gemacht, wer du bist und was du vom Leben erwartest. Deine Welt ist nicht mehr in Watte gepackt und du kannst Personen realistisch einschätzen. Du hast gelernt, an dir selbst zu arbeiten, Kritik konstruktiv anzuwenden und deine Eigenarten als Stärken und nicht als Schwächen zu interpretieren. Du kannst zwischen ehrlich gemeinten Ratschlägen und Neidern unterscheiden. Kurz gesagt: Du weißt jetzt, wer du bist. Und was du willst. Auch beruflich. Diese Einstellung und dieses Wissen werden andere schnell bemerken, denn du trittst dadurch ganz anders auf. Du weißt, dass nur du deinen Weg mit all seinen Höhen und Tiefen gegangen bist und andere Menschen dich deshalb nicht ver- oder beurteilen können. Und wenn sie das trotzdem tun, dann aufgrund eigener Minderwertigkeitskomplexe. Potentielle Arbeitgeber werden dieses Selbstbewusstsein schätzen, wenn sie gute Arbeitgeber sind.

4. Du weißt, was du nicht willst

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“Niemand außer dir ist in deinen Schuhen gegangen. Deshalb ist es DEIN Weg.”

Ich hatte es schon kurz angeschnitten: Durch deine vielfältigen Erfahrungen weißt du jetzt, was du nicht willst. “Viele Wege führen nach Rom” und manchmal muss man auch eine Abzweigung nehmen, um so auf den richtigen Weg zu gelangen. Hätte ich meine Ausbildung nicht gemacht, dann wüsste ich nicht, dass so ein Büroalltag mit relativ unspektakulären Aufgaben nicht das Richtige für mich ist. Ich habe mich an der Ruhruniversität in Bochum und an der Technischen Universität in Dortmund weitergebildet: In zwei komplett unterschiedlichen Studiengängen. Und auch das bereue ich nicht, denn ich weiß: Ich kann meine erlernten Fähigkeiten allesamt gebrauchen. Als Beispiel: Didaktische, pädagogische und psychologische Kenntnisse aus dem Lehramtsstudium sind ebenfalls in der Wirtschaft und in der Medienbranche hilfreich, denn auch dort ist die Kommunikation zentral. Genauso solltest du dir die Frage stellen: Was kann ich Positives aus meinen bereits erlernten Fähigkeiten ziehen? Es ist immer die Lebenserfahrung, die dich weiterbringt. Optimal kannst du zusätzlich einzelne Teildisziplinen miteinander verbinden. Beispiel: Durch meine kaufmännische Ausbildung habe ich gut bezahlte Nebenjobs im Büro ergattert, durch die ich mir mein Studium finanzieren konnte.

5. Du bist privat und beruflich glücklich, weil du “dein Ding” machst

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“Nicht durch die Blume gesprochen: Blumige Aussichten! ;)”

Du hast deinen Weg ganz allein gewählt. Und auch das ist ein schlagkräftiges Argument vor deinem neuen Arbeitgeber: Du hast dich nochmal weitergebildet, um beruflich die Erfüllung zu finden und nicht unzufrieden am Nachmittag zuhause zu sitzen. Denn das wirkt sich auch auf dein privates Umfeld aus. Und wenn du etwas länger gebraucht hast oder auch noch einmal neu anfangen willst, weil du vielleicht ein Kind bekommen hast oder dich erst nicht getraut hast, etwas Neues zu starten: Sei verdammt nochmal stolz auf dich, dass du es jetzt noch anpackst! Du wirst es bestimmt nicht bereuen, denn: Man ist vor allem dann in etwas gut und erfolgreich, wenn man total dahinter steht. Und du hast nur das eine Leben: Deine Zeit ist JETZT! Also genieße sie. Auch während des Studiums: Denn diese Zeit kommt nie wieder. Nutze diese Phase in deinem Leben. Egal, wie alt du bist. 

6. Du bist flexibel und kannst dich extrem schnell weiterentwickeln

Genau das zeigt dein beruflicher Werdegang: Du hast Durchhaltevermögen, weil du dein Studium durchziehst, obwohl du schon die Möglichkeit hättest, ein volles Einkommen zu verdienen. Nebenbei wuppst du außerdem noch den eigenen Haushalt, machst einen Nebenjob, gehst zum Sport, triffst Freunde und Familie… und hast vielleicht sogar schon selbst ein Kind?! All das ist bereits der größte Beweis dafür, wie viel du schaffen kannst. Außerdem erfordert die heutige Schnelllebigkeit der Gesellschaft eine Offenheit und die Bereitschaft, sich ständig weiterzubilden. Durch deine vielfältigen Ausbildungswege bist du das beste Beispiel für einen Allrounder, der alles auf einmal auf die Kette kriegt und nicht völlig überfordert nach dem Studium ohne jegliche Berufserfahrung die Welt nicht mehr versteht.

7. Ein beruflich breites Spektrum verschafft dir ein Alleinstellungsmerkmal auf dem Arbeitsmarkt

Deshalb sei nicht zu bescheiden und führe deine Kenntnisse und Fertigkeiten allesamt in deinen Bewerbungen auf, auch wenn es sich um unterschiedliche Bereiche handelt. Ein guter Arbeitgeber wird deine verschiedenen Stärken eher würdigen als dich dafür zu verurteilen, denn er erkennt, welchen Mehrwert du seinem Unternehmen bringst. Und wenn die berühmt-berüchtigte Frage: “Konnten Sie sich nicht entscheiden?” aufkommt: Einfach mal antworten: “Nein, denn ich habe eben viele Fähigkeiten und Interessen!” 😉

8. Du hast noch alle Möglichkeiten, dich zu verwirklichen

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“Wusstest du, dass die Stängel von Blumen, die ohne Windschutz wachsen, automatisch stärker und dicker werden als die von geschützten Pflanzen? ;-)”

Du willst endlich das machen, was dein Herz begehrt? Super. Weil du dich jetzt in die Richtung weiterbildest, die dich WIRKLICH interessiert. Was denkst du, wie viele Menschen dir hereinreden und erzählen, dass das so nicht geht, selbst aber todunglücklich in ihrem Job sind? Und was bringt es dir, mit 18 in einen Beruf gestartet zu sein, den du eigentlich hasst, dich aber nicht mehr weiterzuentwickeln? Richtig: Nix!

Haben wir nicht alle den Wunsch, ein Leben zu führen, von dem wir keinen Urlaub brauchen? Du lebst doch nicht, um zu arbeiten, sondern arbeitest, um zu leben. Viele Menschen glauben, dass Arbeit keinen Spaß machen muss und in erster Linie sicher sein soll, bevor sie sich mit deinen Interessen deckt.  Ich finde diesen Ansatz falsch, denn dein Beruf sagt viel über dich und deine Persönlichkeit aus: Was du magst, was du bereit bist zu leisten und welche Charaktereigenschaften du besitzt.

9. Dein Arbeitgeber muss zu dir passen

Deshalb sollte er aufgeschlossen, modern und nicht konservativ sein. Es bringt nichts, wenn er andere Ansichten als du vertritt, denn dann kippt das Arbeitsklima sehr schnell und du wirst nicht glücklich. Deshalb sollte dein Arbeitgeber positiv zu deinen Berufserfahrungen und zu deinem Studium mit 30 oder nach der Ausbildung stehen. Nicht nur du suchst einen Job, sondern Unternehmer suchen auch gute Mitarbeiter. Das heißt, du bist kein Bittsteller, sondern beide Seiten wünschen sich von dem Gegenpart einen Mehrwert. Deshalb solltest du keine Angst vor Bewerbungsgesprächen haben, die in die Hose gehen können: Jedes Gespräch kannst du als Training ansehen und weiter an dir arbeiten. Und Arbeitgeber, die deine Stärken nicht anerkennen, passen sowieso nicht zu dir.

10. Du bist ein Allround-Talent und durch Praktika, Jobs und das Studium dreifach qualifiziert

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“Traust du dich, vom gewohnten Weg abzuspringen?”

Nachdem du in der Uni warst, kochst du dir zuhause ein Mittagessen, putzt, schmeißt den Haushalt und liest ganz nebenbei noch 20 Seiten für die Uni, die du für die Vorbereitung deines Referats benötigst. Danach fährst du ins Büro, wo du halbtags in einem Nebenjob tätig bist. Einmal die Woche gibst du Nachhilfe und ganz nebenbei ist da noch das Praktikum. Und da sag nochmal einer: “Die faulen Studenten”, wobei deine Arbeitswoche weit mehr als 40 Stunden beinhaltet. Damit beweist du neben Durchhaltevermögen auch einen verdammt großen Ehrgeiz, Eigenständigkeit und auch, dass du dir nicht zu schade bist, Aufgaben zu übernehmen, die eben sein müssen. Du bist ein Organisationstalent und dein Tag ist perfekt durchgeplant. Manches Wochenende verbringst du in der Universitäts-Bibliothek, um ungestört zu arbeiten. Und dann sind da auch noch Freunde und Familie, die du nicht vernachlässigen möchtest. Weil du Schokolade liebst, findest du auch noch Zeit, um den See zu joggen oder im Schwimmbad ein paar Bahnen zu ziehen. Du kannst dein eigenes Geld verdienen und trotzdem deinen Traum verwirklichen: Jeder Chef wird das als Vorteil würdigen.

Fazit: Du kannst alles sein, was du möchtest. Du musst nur anfangen. Klingt übertrieben, ist aber so.

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“Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.”

Tu das, was dich glücklich macht. Bilde dich weiter, wenn du deine Ziele definiert hast. Du kannst aus jeder Erfahrung für dich etwas Relevantes herausziehen. Alles, was du in deinem Leben bis jetzt erreicht hast, hat dir für deine Entwicklung und für deinen Werdegang etwas gebracht. Natürlich ist die Konkurrenz groß und die meisten Mitbewerber auf akademischem Level sind erst Mitte 20, jedoch hast du den Vorteil, wenn du schon älter sein solltest und deinen Bildungsweg noch einmal erweitert hast, dass du schon genau weißt, was du willst, fest im Leben stehst, weißt, wer du bist und was du kannst und das tust, was du wirklich möchtest. Und dabei geht es dir in erster Linie um deine Leidenschaft an dem Beruf, der dein Ziel ist. Also: Mach deinen Traum wahr!

Sich auszuprobieren heißt, sich kennenzulernen und sich zu finden

Die Zeit im Studium ist für mich extrem wichtig gewesen. Ich habe so viel gelernt. Inhaltlich. Und auch vom Leben. Nach meiner Ausbildung war ich noch ein ganz anderer Mensch. Ich wusste noch nicht ganz genau, was ich vom Leben will. Jetzt weiß ich das. Und ich habe Schritte in die Wege geleitet, um das zu erreichen. Manche Menschen haben das Glück, schon immer ganz genau zu wissen, was sie wollen. Andere jedoch nicht. Auch für dich gilt: Ob früher oder später: Du musst nur anfangen. Wenn ich dieses Jahr in meinen Job starte, dann mit vollem Elan, Heißhunger auf spannende Tätigkeiten und genau wissend: Das ist, was ich will!

30, Studentin, ungebunden: Alles ist möglich

Das Berufsleben beeinflusst auch das Privatleben, da bin ich mir sicher. Es ist das Gefühl, was wir selbst haben, “fertig” und angekommen zu sein. Prinzen auf Pferden gibt es trotzdem nicht. Aber vielleicht taucht irgendwann ein Pendant auf, ohne Pferd und, poetisch gesprochen, mit einem Strauß aus vielen Gemeinsamkeiten, gleichen Wertvorstellungen und einem Blick in dieselbe Richtung.

Natürlich wünscht sich das jede Frau. Aber wichtig ist doch, dass man sich selbst glücklich machen kann. Seinen eigenen Weg gehen und berufliche Ziele verfolgen. Alles Weitere ist sowieso nicht beeinflussbar. Es kommt von allein. Wenn die Zeit reif ist. Und man selbst bereit dazu.

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Ich freue mich auf deine Kommentare 🙂

Fotos: Roeschcom

Die zugehörige Podcast-Episode gibt’s hier:

Podcast Folge 1: Mit 30 zu alt für ein Studium? 10 Gründe dagegen!

32 Kommentare

  1. Hallo liebe Autorin.
    Der Beitrag hat mich sehr berührt.
    Ich stehe aktuell vor der Entscheidung: jetzt noch studieren?
    Denn: ich bin 35!
    Ich bin verheiratet, habe 2 Kinder (6 und 3), arbeite halbtags in einem sozialen Beruf.
    Doch glücklich macht mich das nicht. Auch glänzen kann ich in diesem Beruf nicht – weil er nicht meine Fähigkeiten herausfordert.
    Diese liegen im sprachlichen/sprachwissenschaftrlichen Bereich.
    Doch leider konnte ich aus verschiedenen Gründen in früheren Jahren nie ein Studium absolvieren.
    Und jetzt denke ich mir, wenn ich jetzt noch an die Uni gehe, kann der Panzer um mich herum gar nicht dick genug sein für all die komischen Blicke.
    Andererseits: ich habe nur dieses eine Leben!
    Und wenn ich mit 40 fertig bin, darf ich immernoch ca. 27 Jahre lang arbeiten.
    Ich bin durch Zufall auf Deine Seite gestoßen und dachte, ich lasse Dir einfach mal liebe Grüße vom Niederrhein da!
    Mach es gut,
    die Sandra

    • Marie-Christin

      Liebe Sandra,
      ich würde immer dazu raten, das zu machen, was das Herz verlangt, sofern du natürlich die finanziellen Möglichkeiten dazu hast.
      Du kannst ja auch einfach mal schauen, welche Unis den Studiengang anbieten, der dich interessiert. Häufig gibt es Studiengänge, die ähnlich lauten, die man dann jedoch auch z.B. im Fernstudium absolvieren kann. Du schreibst aber ja auch, dass du noch einen Halbtagsjob und Familie hast. Das ist natürlich alles zusammen genommen dann ziemlich viel. Aber vielleicht hast du ja auch die Möglichkeit, in dem Beruf eine zeitlang auszusetzen, hast was gespart oder bist durch den Partner abgesichert. Und: Du kannst auch als Werkstudentin schon gut verdienen, wenn du den richtigen Job findest 🙂 Ich drücke dir jedenfalls beide Daumen für deine Zukunft.

      Herzliche Grüße

      Marie

  2. Danke für den netten Artikel :).
    Ich habe erst Wirtschaft studiert und über 10 Jahre lang einen Job gemacht, der Prestige und v.a. Geld mit sich brachte – mich aber im Grunde gelangweilt hat. Dadurch bin ich zwecks mangelnder Motivation auf der Karriereleiter auch irgendwann stehengeblieben.
    Mit Mitte 30 habe ich dann nochmal ein ganz anderes Studium angefangen, arbeite Teilzeit, ziehe ins Ausland und habe ein durchaus anstrengendes Leben. Ich habe das Studium noch nicht abgeschlossen, aber Veränderung tut zwar fast immer weh, bringt einen aber auch immer große Schritte voran.
    Bin immer gespannt darauf, andere zu treffen, die es auch gewagt haben…

    …und eins möchte ich noch sagen: sehr viele “bewundern” mich für diesen Schritt, aber die sehen das auch sehr romantisch: “du bist so mutig” etc höre ich oft. Nur dass man Ü30 auch eine richtige Herausforderung hat, im Studium nochmal so viel zu lernen und sich in Bereiche zu geben, in denen einen 19jährige übertrumpfen (was im Job nie der Fall gewesen wäre), ist auch nicht immer einfach!

    • Marie-Christin

      Vielen lieben Dank für deinen konstruktiven Beitrag.
      Ich denke auch, dass Veränderung weh tun kann, einen aber auch weiterbringt; sofern man nicht glücklich ist.
      Es ist aber ein guter Hinweis, dass das natürlich niemals einfach ist und einem nicht in den Schoß gelegt wird.
      Ich drücke dir die Daumen für deinen weiteren Weg.

      Liebe Grüße
      Marie

  3. Hallo Marie,

    gerade habe ich deinen Artikel gelesen und ich teile deine Ansicht. Ich habe vor ca. einem Jahr beschlossen auch nochmal studieren zu gehen. Leider kamen dann einige private Dinge dazwischen, weswegen ich das Studium nochmal auf Eis gelegt habe. Nun habe ich mir nochmal etwas Geld zusammen gespart und werde bald mit meiner Freundin zusammen ziehen und nächstes Jahr endlich den Gang zum Studium wagen.

    Ich hatte es früher mal mal einem Fernstudium versucht, allerdings schafft man das kaum mit einer 40h Arbeitswoche und wenn man sein Privatleben nicht komplett auf Eis legen will. Zumindest nicht, wenn man nicht gefühlte 10 Jahre studieren will.

    Nunja nächstes Jahr bin ich dann doch schon 30 und werde nochmal nach 9 Jahren im Beruf neu anfangen. Ich habe einfach mit der Zeit gemerkt, dass das alles nichts für mich ist und ich mich hier weder entfalten kann noch weiter kommen kann. Ich bin mittlerweile schon fast in meiner Endstufe. Das macht mich echt fertig. Auch neue Ideen werden auf meiner Arbeit nur selten gehört.

    Ich haben extreme Angst vor dieser großen Hürde, aber dein Text hat mir nochmal ein bisschen mehr Mut gegeben. Ich muss mir halt auch immer vor Augen halten, dass ich durch diesen Schritt ja nicht chancenlos bin, sondern damit meine Chancen in allen Bereichen nur verbessere.

    Oft habe ich momentan noch die Angst, dass ich meinen “relativ gut bezahlten” Job und die zusätzliche Sicherheit aufgebe. Dabei vergesse ich die vielen Möglichkeiten, die mir durch diesen Schritt gegeben werden, denn dadurch bin ich endlich wieder komplett frei in meinen Entscheidungen und habe wieder ein viel größeres Entwicklungspotenzial.

    Was ich eigentlich sagen wollte, danke nochmal für deinen Text! ♡

    • Marie-Christin

      Liebe Sunny,

      ich möchte dir zu diesem Schritt gratulieren 🙂
      Das ist wirklich sehr, sehr mutig von dir.
      Sofern du es finanzieren kannst, ist es immer der richtige Weg, wenn das Bedürfnis für diese Veränderung vorhanden ist.
      Du hast jetzt nicht geschrieben, ob es sich um ein Vollzeitstudium handelt und ob du nebenbei noch Einkünfte hast; zumindest klingt es aber so, als wenn alles gut durchdacht sei und es auch das Studium ist, was dich interessiert.

      Ich bin sehr froh, dass ich dich mit meinem Text in deiner Entscheidungsfindung noch einmal bestätigen konnte.
      Für deine Pläne wünsche ich dir alles erdenklich Gute und drücke dir fest die Daumen.

      Arbeite für deine Träume 🙂

      Herzliche Grüße

      Marie

  4. Hallo Marie-Christin,

    ich bin diesen Monat 30 geworden und plane im Oktober ein Studium zu starten.
    Natürlich kamen mir auch sehr viele Bedenken, vor allem die Finanzierung und ob ich noch geistig fit bin, wie vor 10 Jahren.
    Doch ich möchte den Schritt auf jeden Fall gehen, da ich mich dazu entschlossen habe.
    Bisher bin ich von einem befristeten Job zum anderen gesprungen. Keinerlei Planungssicherheit und immer den Wunsch einen akademischen Abschluss zu erwerben.

    Danke für deine Erfahrungen und das ich wohl nicht alleine bin, der diesen Weg für sich gefunden hat.
    Nach dem Lesen deines Blogs bin ich motivierter als bisher.
    Vielen Dank!

    Grüße
    Nicklas

    • Marie-Christin

      Lieber Nicklas,
      es freut mich zu lesen, dass ich dich in deinem Plan bestärken konnte.
      So positives Feedback unterstreicht, dass es richtig ist, seine Erfahrungen mit anderen Menschen zu teilen.
      Für deine Pläne wünsche ich dir viel Erfolg und drücke die Daumen.

      Liebe Grüße
      Marie

  5. Hallo Marie,

    danke erstmal für den schönen Artikel, der wirklich Mut macht. Ich selbst versuche gerade den Einstieg in die IT zu schaffen, da dies mein absoluter Leidenschaftsbereich ist und ich seit meiner Jugend mich dafür interessiere. Leider ist durch eine schlechte Berufberatung und den fehlenden Mut von mir und meinen Eltern es nicht vorher möglich gewesen diesen Weg zu gehen. Nach der allg. FH-Reife habe ich einen anderen Weg gewählt, der zwar schon irgendwie passte, aber eben nicht vollends “mein Ding” war. Ich habe Soziale Arbeit studiert. Trotzdem bin ich dankbar dies gemacht zu haben, denn das Studium und meine Ausbildung waren für meine persönliche und charakterliche Entwicklung elementar. Um anschließend mehr in die Richtung IT zu gehen, habe ich dann noch einen Master im Schwerpunkt:E-Learning gemacht und absolviert. Mein Plan ging aber leider nicht auf, da es in meiner Region wenige bis gar keine Jobs in diesem Bereich gibt. Nun friste ich mein Dasein als Sozialpädagoge in Jobs, die mich nicht erfüllen und in denen ich mich nicht wohl fühle.

    Vor einigen Monaten habe ich dann einen persönlichen Schlussstrich gezogen und die Entscheidung getroffen, dass es so nicht weitergehen kann. Da ein Quereinstieg in der IT mittlerweile fast unmöglich ist, möchte ich nun den Weg über eine Duales Studium gehen, um wenigstens etwas Geld zu verdienen. Hinzukommt, dass ich verheiratet bin und zwei Kinder habe. Die Unterstützung meiner Frau ist mir sicher und Sie will es mir ermöglichen.

    • Marie-Christin

      Hallo Florian,

      dein Werdegang klingt spannend und mutig. Die eine Sache ist ja, wie gefragt ein bestimmter Abschluss ist; die andere, ob man auf den Beruf Lust hat.
      Wenn es um Gefragtsein geht: Ich denke, dass dein Master-Abschluss in eEducation dir zukünftig weitläufige Möglichkeiten eröffnet, da diverse Formate des eLearnings in allen Branchen und Bereichen immer gefragter werden,
      sei es aufgrund von Kostenersparnissen für Hotels und Seminarräume oder der Zeitersparnis für Anreisen, die Präsenz-Weiterbildungen mit sich bringen.
      Dein Traum ist ein Beruf im IT-Bereich. Erstmal toll, dass deine Frau dich unterstützt und dir die Möglichkeit der Weiterbildung einräumt. Ich drücke dir die Daumen, dass du es flott durchziehen kannst.
      Wenn du dein Duales Studium absolviert hast, dann kannst du ja auch beide Abschlüsse kombinieren, was dir auf dem Arbeitsmarkt sicherlich ungemein zugute kommen wird.
      Und: Ein Master ist ein Master. Viele arbeiten nicht in ihrem Studienberuf, haben jedoch durch den akademischen Grad viel bessere Einstiegsmöglichkeiten.

      Für deinen weiteren Werdegang alles Gute

      Marie

  6. Hallo Marie-Christin,
    erstmal möchte ich dir sagen, dass ich deinen Artikel richtig gut finde!
    Ich hatte nach dem Abi dual studieren wollen. Leider war ich nicht gut genug bzw. in den dafür notwendigen Fächern. Daher habe ich erst eine Ausbildung absolviert und danach zwei Jahre gearbeitet. Diese Zeit war zum Teil die reinste Hölle. Arbeitstage von 8 – 20 Uhr waren keine Seltenheit. Extremer Druck und schlechte Stimmung. Wir waren zu wenige im Team für zu viel Arbeit. Körperlich und mental ging es mir immer schlechter. Mein Vertrag lief dann aus und ich wusste, so will ich nicht weitermachen. Irgendwie hatte ich das Gefühl einen langen Marathon gelaufen zu sein und niemals darüber nachgedacht zu haben, wohin ich eigentlich möchte. Das habe ich dann mehr oder weniger im letzten Jahr nachgeholt. Ich habe in einem englischen Gästehaus gearbeitet und eine Sprachschule besucht. Seit ich wieder hier bin habe ich einen Bewerbungsmarathon hinter mir. Für die Art von Job, den ich machen möchte, wird zu 99% ein Studium vorausgesetzt. Jedenfalls habe ich das oft als Feedback bekommen – “Sie sind zwar eine gute Kandidatin aber ohne Studium…”. Nun habe eine super Firma gefunden, bei der ich ab Oktober ein duales Studium absolvieren kann. Sie hatten mir im Gespräch gesagt, dass Sie es toll finden, dass ich eine Ausbildung und Berufserfahrung vorweisen kann. Einige Bewerber und auch bereits eingestellte Studenten hätten keine Ahnung was arbeiten wirklich heißt und hätten überzogenen Vorstellungen.
    Ich würde lügen, wenn ich sagen würde das ich keine Selbstzweifel hatte und immer noch habe. Aber seit der Zusage weiß ich, dass es das Richtige ist. Egal was andere sagen. Ich mach das für mich! Klar ist es blöd, dass alle meine Freunde und Bekannten um mich herum jetzt schon ihren Master machen, sich Karrieren aufbauen, heiraten und Kinder bekommen. Und ich mich für drei Jahre nochmal mit einem Ausbildungsgehalt auseinandersetzen muss, wo andere mit Ende 20 ein super Gehalt genießen. Aber ich stimme dir zu, man muss aus seinen “Schwächen” “Stärken” machen und dazu stehen! Und ich bin zuversichtlich, dass ich das nicht bereuen werde. Im Gegenteil, ich werde mit meiner Erfahrung das Beste draus machen können. Also nochmal ein großes DANKE für dein Artikel. Ich wünsche dir alles Gute!

    • Marie-Christin

      Hallo Evi,

      vielen lieben Dank für deinen ausführlichen Kommentar. Es freut mich immer sehr, wenn ich so positive Beispiele wie deines bekomme.
      Ich finde es sehr mutig, dass du diesen Schritt in ein Duales Studium als gelernte Kraft noch einmal gewagt hast.
      Deine Bedenken und Zweifel kenne und verstehe ich nur zu gut, aber glaube mir: Am Ende zahlt es sich aus, gekämpft zu haben.
      Bleib immer am Ball und verwirkliche dich!
      Ich drücke dir für deinen Weg die Daumen und wünsche dir ebenfalls alles Gute.

      Deine Marie

  7. Der Artikel ist wirklich schön, mit einem Hauch von Romantik, jedoch fehlt mir auch der Realismus.

    Werde jetzt in ein paar Tagen 30 und ich fühle mich so als ob ich nichts erreicht hätte, eben wie du es so schön beschrieben hast. 30 ist dieser Knackpunkt.
    Ich hab Kaufmann für Versicherungen und Finanzen gelernt und leider nie im Innendienst Fuß fassen können. Seit ca. 5 Jahren bin ich nun als Zeitarbeiter unterwegs.

    Manche trauen mir ein Studium zu und haben gesagt ich sollte das doch machen, bevor es so trostlos weiter geht. Ungebunden und ohne Kinder. Warum nicht?
    Nun weil Bafög und Krankenkasse mir wohl n Strich zwischen die Rechnung machen, nachdem ich alles bis zum Ende gelesen habe. Gefühlt will man wohl nicht das man nach 30 sich umentscheidet und wenn sollte man das ja alleine schaffen können.. soso.

    Jetzt ist die Lust wieder im Keller. Aber danke für den tollen Artikel.

    • Marie-Christin

      Hallo Max,

      freut mich, dass dir der Artikel gefällt, auch wenn du eher eine pessimistische Einstellung zum Studium mit 30 hast.
      Die Finanzierung des Studiums ist natürlich ein dicker Knackpunkt, da gebe ich dir vollkommen recht.
      Wenn Bafög nicht klappt und familiäre Unterstützung ausbleibt, gibt’s noch die Möglichkeit, Erspartes aufzubrauchen, einen Studienkredit zu beantragen (auf Konditionen achten!) oder sich selbst über Nebenjobs zu finanzieren. Hast du da in der Versicherungsbranche nicht vielleicht die Möglichkeit, nebenher etwas zu verdienen?!
      Alles Gute jedenfalls für deinen weiteren Weg, lass den Kopf nicht hängen.

      Deine Marie

  8. Hallo Marie,

    vielen Dank für deinen tollen Artikel. Dadurch kann ich alles noch einmal aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Ich bin gerade an einem Punkt angekommen an dem ich mich frage ob ich ein Zweitstudium beginnen sollte. Nach Ausbildung, 2 Jahren im Ausland als AuPair und dem Abi auf dem zweiten Bildungsweg, hatte ich mich vor 6 Jahren dazu entschieden endlich ein Studium anzufangen. Nun bin ich im ersten Mastersemester und doch nicht zu 100% glücklich. Wenn ich ganz ehrlich zu mir bin, kam mir der Gedanke meinen Studiengang zu wechseln bereits im dritten Jahr meines Bachelors. Aber wie das nun mal so ist, kommen dann Gedanken wie: “Ich bin doch nicht mehr die Jüngste und sollte endlich mal fertig werden” oder “Nun habe ich schon 3 Jahre investiert”. Dennoch denke ich in letzter Zeit immer häufiger darüber nach, da ich im Master keinen richtigen Spaß mehr an den Vorlesungen habe und jetzt weiß was das richtige Studium für mich wäre. Auch hatte es eventuell seinen Grund, warum ich so lange für den Bachelor gebraucht habe. Vielleicht eröffnet es mir auf lange Sicht auch neue Wege, einen naturwissenschaftlichen Bachelor mit einem geschichts- und kulturwissenschaftlichen zu kombinieren. Natürlich steht bei meinen Überlegungen das Alter im Vordergrund. Das Böse Ü30 sozusagen. Auch wenn man noch sehr viel näher an der 30 als an der 40 ist.

    Deswegen noch einmal vielen Dank. Dein Artikel kommt wie gerufen und ich werde mir jetzt alles abermals durch den Kopf gehen lassen. Denn was bringt es mir in einem Beruf zu arbeiten in dem ich nicht glücklich bin, nur damit ich bei Berufsantritt nicht zu alt bin. Danke!

    • Marie-Christin

      Liebe Jenny,

      es freut mich, dass ich dir Mut machen konnte. Erstmal möchte ich dir zu deinem Bachelor-Abschluss gratulieren.
      Damit hast du ja bereits einen Grundstein gelegt, von dem aus du jetzt mehrere Wege für dich abwägen kannst.
      Ich denke, solange die finanzielle Komponente stimmt, also du die Möglichkeit hast, zu studieren und trotzdem genug verdienst, um den Lebensunterhalt zu bestreiten, solltest du das tun, was dich glücklich macht. Die Gedanken, die du hast und die vielen Gegenstimmen, mit denen du umgehen musst, kenne ich nur zu gut. Ich bin aber der festen Überzeugung, dass du am Ende mit deiner eigenen Entscheidung, unabhängig getroffen, am glücklichsten wirst. Was ich aber noch wichtig zu erwähnen finde, ist dass du nach Möglichkeit bereits während des Studiums Berufserfahrungen sammeln solltest. Ich selbst bekomme in Vorstellungsgesprächen gesagt, dass meine Berufserfahrungen ein ausschlaggebendes Kriterium gewesen seien, mich eingeladen zu haben.

      Liebe Grüße und alles Gute für dich und deinen weiteren Weg 🙂

      Deine Marie

  9. Hallo Marie,

    auch ich habe mit 30 noch einmal angefangen zu studieren und mache nach langem hin und her endlich meinen Master, allerdings berufsbegleitend. Ich habe einen 40 Stunden Job der mir mal Spaß gemacht hat, aber mich eigentlich nicht fördert und auf Dauer auch eher unglücklich macht. Daher der Entschluss jetzt oder nie.
    Die große Herausforderung die bei einem berufsbegleitenden Studium hinzukommt ist, alles unter einen Hut zu kriegen, Familie, Partner und Freunde. Und auch hier ist es erstaunlich wie viele doch kaum Verständnis haben und ständig sagen, warum tust du dir das an? DU hast doch bereits studiert.
    Die Hauptsache ist, ich bin glücklich..ich fühle mich wie 25 (so alt sind fast alle meine Kommilitonen) und bin froh endlich den Mut gehabt zu haben, den Master mit 30 zu beginnen.
    Denn ich glaube auch, dass man erst jetzt richtig versteht wohin man im Leben will und auch ich möchte wie du einen Job der mir Spaß macht und der mich erfüllt. Keinen der mich aussaugt, weil ich 24/7 arbeite..

    Vielen Dank nochmal für diese wundervollen Zeilen und an alle die noch zweifeln, macht es denn es ist wunderbar!

    • Marie-Christin

      Liebe Katja,

      einen herzlichen Dank an dich für deinen aussagekräftigen Kommentar. Ich kann das, was du schreibst, sehr gut nachvollziehen, denn auch bei mir gab’s viel Unverständnis für meinen Weg. Und ich bin ganz deiner Meinung: Man sollte sich für das entscheiden, was einen glücklich macht und erfüllt. Ob früher oder später… manche Wege sind holprig, dafür aber umso spannender. Um es mit einer Metapher zu sagen: Investiere in eine lange (dich bereichernde) Reise, aber erreiche dann am Ende auch das richtige (große) Ziel 😉

      Ganz liebe Grüße

      Marie

  10. Hallo Marie,

    ein toller Artikel und sehr motivierend, deshalb wird das auch schön geteilt.

    Nun bin ich -noch- 31 Jahre alt und im März werde ich 32. Vor 2 Jahren begann ich ein Studium, das ich leider aufgrund eines Unfalls im letzten jahr kurz vor dem Beginn des 2. Semesters beenden musste. Eigentlich hatte es etwas Gutes. Nach langem Grübeln weiß ich nun tatsächlich in welche Richtung ich mich bewegen werde (auf die ein oder andere Weise).

    An der Motivation mangelt es nicht, die Frage worüber ich mir den Kopf zerbreche ist, wie das finanziell funktionieren soll. Meine Familie lebt in der Türkei und ich bin komplett alleine in Deutschland. BaföG kann ich leider nicht beziehen, erfülle die Standards nicht. Ein Kredit ist auch unmöglich, Dank der Sturheit aus der Jugend, das zu einem negativem Eintrag in der Schufa führte.

    Daher ist meine einzige Sorge der finanzielle Aspekt, besonders in Hinsicht auf die Lebenshaltungskosten in einigen Städten, die den Studiengang anbieten und in der ich auch gerne Studieren würde (TU Darmstadt z.B.). Da müsste ich ca. 1000,00 € im Monat im Durchschnitt verdienen.

    Hast Du hierzu vielleicht einige Gedankengänge oder gar einen Ratschlag?

    • Marie-Christin

      Hallo Sari,

      vielen Dank erstmal für deinen Beitrag. Freut mich, dass dir der Artikel gefallen hat.
      Ich kann deine Sorgen komplett nachvollziehen, denn bei mir war es ganz ähnlich.
      Zwar stimmen nicht alle Aspekte überein, aber gemeinsam haben wir zum einen das Alter und zum anderen die Bange darum, wie ein Studium zu finanzieren ist.
      Und es stimmt, ohne finanzielle Unterstützung oder Bafög wird es tatsächlich eng.
      Ich selbst habe neben meinem Studium immer gearbeitet, hatte teilweise parallel drei Jobs. Damit einher ging natürlich auch, dass ich häufig sehr gestresst war und viel weniger Zeit zum Lernen hatte als andere. Aus diesem Grund hat es bei mir, abgesehen von dem zweiten Studiengang, meiner Ausbildung und der Berufserfahrung, auch etwas länger gedauert.
      Wenn du Interesse daran hast, kann ich aber gern mal einen Artikel über Möglichkeiten des Sparens schreiben. Ich für meinen Teil werde, sollte ich mich zukünftig noch weiterbilden, ein Fernstudium anstreben, so dass ich auch Vollzeit arbeiten gehen kann. Ob das vom Pensum her umsetzbar ist, bleibt aber abzuwarten. Hier fehlen mir leider die Erfahrungswerte.
      Wenn du also keine Möglichkeit hast, dir Geld zu leihen (z.B. von guten Freunden oder Verwandten), musst du für dich entscheiden, ob du eine Person bist, die gut mit Stress umgehen kann und neben einem Vollzeitstudium auch noch mindestens einen Halbtagsjob gewuppt bekommt. Denn so viel wirst du höchstwahrscheinlich arbeiten müssen, um deine Kosten zu decken.
      Ich wünsche dir dabei aber alles Gute und denke, dass man das, was man wirklich will, auch schaffen kann.
      Herzliche Grüße, Marie

  11. Pingback: Karriere mit geisteswissenschaftlichem Studium: So geht es

  12. Hi Marie,

    schöner und sehr persönlicher Artikel!

    Ich selbst habe zwar direkt nach dem Abi angefangen zu studieren, aber durch meinen Job an der Uni erlebe ich auch viele “ältere” Studentinnen und Studenten. Und die haben es mindestens genauso gut drauf, wie als die Jüngeren!

    In Sachen Organisation und Selbstmanagement ist höheres Alter sogar oft von Vorteil. Natürlich nicht immer – aber wenn ich einen 30-Plus-Studenten berate, merke ich schon, dass das Mindset viel weiter ist, die Ziele klarer sind und das Studieren ernster genommen wird.

    Ich halte den Studieneinstieg in diesem Alter auch nicht für zu spät. Es gibt kein zu spät; es muss nur passen. Und wenn es halt “erst” mit 30 passt, dann ist es halt so. 🙂

    Liebe Grüße
    Tim

    • Marie-Christin

      Hallo Tim, danke für deinen aussagekräftigen Kommentar. Durch deinen Job an der Uni hast du ja das konkrete Know-How, um beurteilen zu können, was das entsprechende Alter ausmacht oder ausmachen kann. Wie du ja auch sagst: Es gibt kein “zu spät” und jeder muss für sich selbst den richtigen Weg und die richtige Zeit finden.
      Viele liebe Grüße, Marie

  13. Liebe Marie,

    ich habe zwar nicht mit 30 erst angefangen zu studieren, aber dieses Jahr werde ich zum dritten Mal 29 und bin immer noch nicht durch mit der Nummer.

    Als Teenager hatte ich nur sehr wenig Interesse an der Schule, ich habe mich zwar für viele Dinge interessiert – Geschichte, Kunst, Literatur, Fotografie, Politik – aber irgendwie war das, was mir in der Schule geboten wurde nie das richtige. Also habe ich viel geschwänzt, musste vom Gymnasium abgehen und habe dann mein Fachabi in einem Bereich gemacht, der mir eigentlich gar nicht lag. Anschließend wollte ich total gerne eine kreative Ausbildung machen, am liebsten zur Fotografin, aber nach 2 Jahren Suche und unzähligen Aushilfsjobs musste ich mich geschlagen geben und begann meine Ausbildung zur gestaltungstechnischen Assistentin. Eigentlich hätte es da nicht besser laufen können! Ich war Klassenbeste, die Sache machte mir Spaß, aber…irgendwie fehlte etwas. Also holte ich mein Abi nach und begann zu studieren, erst in Aachen, dann, mit Fachwechsel, in Bochum.

    Mein Lebenslauf ist also alles andere als gerade, aber ich weiß nicht ob ich etwas ändern würde. Ich habe durch meine Erfahrungen viel lernen und mitnehmen können und ich denke, dass es den meisten “älteren” Studis so geht. Auch wenn ich manchmal denke: “Ach Mensch, hätte ich doch nur eher gewusst was ich will!” und meine jüngeren Kommilitonen beneide, mein Lebensweg und auch mein “spätes” Studium haben mich ja zu dem Menschen gemacht der ich heute bin und ich hoffe einfach, dass das schon okay so ist.

    Kurzum: ich finde mich in Deinem Artikel total wieder. Und was zukünftige Arbeitgeber angeht, hast Du es auf den Punkt gebracht! Wer nicht zu würdigen weiß, was ich mitbringe, dem kann ich auch nicht helfen. Erfahrungen gesammelt zu haben setzt ein gewisses Alter eben voraus.

    Auch wenn ich vielleicht kein Studium mehr anfangen werde (zwei Abschlüsse reichen dann ja auch?), ich denke, dass mein langer Weg des Lernens mir auf jeden Fall auch geholfen hat eben jenes schätzen zu lernen. Ich plane jetzt schon, was ich nach Ende meines Studiums alles machen kann: Weiterbildungen! Onlinekurse! VHS!

    Ich denke, dass ich meinen Weg gefunden habe – nicht zuletzt weil ich erst später als andere angefangen habe zu studieren.

    Liebe Grüße,

    Saskia

    • Marie-Christin

      Hallo Saskia,
      ein sehr schöner und ehrlicher Kommentar. Danke dafür.
      Wie du ja auch sagst, sind es die Erfahrungen, die uns einzigartig machen und zu dem, was wir heute sind.
      Und Erfahrungen machen klug.
      Vielleicht würde ein geradliniger Weg auf der Karriereleiter pushen. Nur wenn es der falsche ist, ist auch ein Abrutschen von der Stufe wahrscheinlicher, um es mal ganz metaphorisch zu sagen. Lieber eine verbogene Leiter, die dafür gesichert ist. Und zur Not irgendwann mit dem Lifter Treppenlift höher, schneller und weiter voraus ?
      Liebe Grüße, Marie

      • So ist es. 🙂 Neulich in einem Gespräch hat mir jemand gesagt: “Ich traue Menschen mit Lebensläufen die ‘gestreamlined’ sind nicht, denn diese Menschen haben oft einen Tunnelblick entwickelt und wissen nicht was sie tun sollen, wenn etwas mal nicht nach Plan läuft.” Ich fand es total ermutigend so eine Aussage von einem potenziellen Vorgesetzten zu hören. 🙂

      • Marie-Christin

        Das klingt wirklich nach einem “guten” potentiellen Vorgesetzten. Ich drücke dir die Daumen, dass das was gibt 🙂

  14. Edmund Kennedy

    Informationen, die für Schüler aller Altersklassen geeignet ist. Es ist auch lobenswert für die persönlichen Daten . Sehr gut und gut Marie getan, Wir alle uns auf Ihren nächsten Schreiben aussehen .

    • Marie-Christin

      Hi Ed,
      thank you for your comment 🙂
      And for writing in German, very nice.
      Hope you will visit my blog again for my next blogpost.
      Greetings to Australia,
      Marie

  15. Liebe Marie, was für ein schöner und positiver Artikel! Und auch sehr stimmungsvoll bebildert! Ich werde ab dem kommenden Wintersemester ein zweites Mal studieren, mit 31. Lange Zeit habe ich gezögert, aber mittlerweile bin ich einfach nur voller Vorfreude und bin auch wunderbar gestärkt worden, als ich über das Thema gebloggt habe – ich war überwältigt von der Vielzahl an ermutigenden Kommentaren: Das zeigt doch auch, dass das Thema der beruflichen Neuorientierung und des eben nicht ganz so linearen Bildungswegs ganz vielen Menschen auf der Seele brennt! Ich fand in deinem Artikel besonders den Aspekt der Ansprüche an die eigene Berufswahl super – du schreibst: ” Viele Menschen glauben, dass Arbeit keinen Spaß machen muss und in erster Linie sicher sein soll, bevor sie sich mit deinen Interessen deckt.” Genau diese Richtlinie haben viele von uns berücksichtigt, als sie sich für ein Studium/ eine Ausbildung entschieden haben. Aber mit spätestens 30 merkt man dann doch, dass Sicherheit eben auf Dauer nicht zufrieden macht, wenn der Inhalt nicht stimmt. Dabei habe ich mit meinem Beruf noch Glück, als Grafikerin kann ich kreativ arbeiten – aber mir fehlt einfach die Auslastung meines Kopfes. Und ich gehe das zweite Studium viel motivierter an, als mein erstes: Genau, wie du es beschreibst, weiß ich jetzt, was ich möchte und bin dankbar, alles über mein Herzensthema lernen zu dürfen. Ich glaube, die maßgebliche Frage dabei, ob man noch ein “zweites Mal über Los geht”, ist die, ob man dafür vorübergehende Einschränkungen in Kauf nehmen will. Viele Leute beklagen sich über ihre Arbeit, am Ende vom Tag ist ihnen der Bausparvertrag aber wichtiger, als freie Selbstentfaltung im Beruf. Wer das nicht so sieht, ist mit einem späten Studium sicher bestens beraten 🙂 Liebe Grüße! Kea

    • Marie-Christin

      Hallo Kea,

      erstmal einen herzlichen Dank für deinen ausführlichen Kommentar. Es freut mich, dass du durch meinen Artikel noch einmal die positiven Aspekte eines späten Studiums reflektieren konntest. Und es ist genauso, wie du sagst: Bildung bedeutet eben auch, auf finanzieller Ebene Abstriche zu machen. Zumindest vorläufig. Da muss man für sich selbst entscheiden, was einem wie wichtig ist.
      Ich bin jedenfalls sehr gespannt auf deine Ausführungen dazu und werde deinen Blog gleich direkt mal besuchen.

      Liebe Grüße, Marie

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