10 Tipps für das Shopping im eigenen Kleiderschrank

Ich habe dir mehr Content rund um Low Budget versprochen. #Kleiderfasten ist derzeit ein ganz großes Thema und wurde in den Medien lang und breit besprochen. Dabei existieren unterschiedliche Modelle, wie auf Klamotten verzichtet werden kann. Passend zur Fastenzeit gibt’s deshalb von mir wertvolle Ergänzungen, die sich nicht damit beschäftigen, beispielsweise nur mit 10 Teilen auszukommen und alles andere zu entsorgen! Vielmehr geht es hier darum, seinen Kleiderschrank neu zu entdecken und dafür auf neue Kleidung zu verzichten. Klingt vor allem für die Shopping-Queens unter uns erstmal ernüchternd, ist aber viel spannender und umfangreicher, als du denkst!

Shopping im Kleiderschrank

Spieglein, Spieglein… und ja, das ist eine Minion-Mütze 🙂

Glückshormone im Kleiderschrank finden

Kalorien sind kleine Tierchen, die nachts im Kleiderschrank deine Klamotten enger nähen.” Interessant, was außer Motten da noch so kreucht und fleucht 😉 Neben all diesen unangenehmen Besuchern habe ich aber noch eine dritte Spezies in meinem Kleiderschrank gefunden: Endorphine!

Ähnlich einem ausgedehnten Shopping-Trip, bei dem du deine Fundstücke wie Trophäen trotz des Gewichts gerne in Taschen durch die Gegend trägst und dich über Rabatte freust, die dir das dritte Teil gratis bescheren, kann auch das Shoppen im eigenen Kleiderschrank diese Glücksgefühle auslösen. Glaubst du nicht?

Ich habe ursprünglich nur eine “Entrümpelungsaktion” starten wollen, dann aber viel mehr daraus gemacht. Meine 10 Tipps für’s Shopping im eigenen Kleiderschrank habe ich für dich aufgelistet.

1 Shirt, 1 Gefühl (1)

Wenn du dich dafür entscheidest, deinen Kleiderschrank einmal von Grund auf auszuräumen, zu entrümpeln und neu zu ordnen, fällt es anfangs schwer, überhaupt eine Entscheidung zu treffen, was weg kann. Ein guter Ratgeber ist immer das Gefühl. Nicht nur mit Musik, sondern auch mit Kleidung verknüpft unser Gehirn bestimmte Erfahrungen. Ich besitze beispielsweise ein Sommerkleid, das mich an meinen ersten Türkeiurlaub erinnert: Ich war 14 und bin damals wegen einem fetten Sonnenbrand mit diesem Kleid ins Meer gehüpft. Weil es zeitlos ist und eine gute Qualität aufweist, kann ich es sogar heute noch tragen. Es ist wahrscheinlich das einzige Kleidungsstück, das ich so viele Jahre aufbewahrt habe; das ich jedoch auch nicht vorhabe, jemals zu entsorgen.

Die Zwei-Jahreszeiten-Methode (2)

Du hast eine Kleiderstange in deinem Schrank? Hast du schon einmal versucht, deine Klamotten nach kalter und warmer Jahreszeit aufzuteilen? Du glaubst gar nicht, was für eine tolle Übersicht dir das verschafft. Links die Sommerkleider und kurzärmeligen Blusen, rechts die geliebten Winterpullis. Du wirst Kleidungsstücke in deinem jetzigen Mischmasch entdecken, an die du schon gar nicht mehr gedacht hast. Und dann sind da noch die kleinen Biester, die auf deinem Kleiderhaufen immer einen Weg finden, hinten rüberzufallen und dir so zu entkommen. So vergisst du viele schöne Teile, die deinen Kleidungsstil bereichern können. Diese Teile sind meistens aus einem Stoff, der glatter ist und sich somit weniger gut stapeln lässt. Versuche, sie auch auf der Kleiderstange und nicht im Fach unterzubringen. Du kannst auch fertige Outfitkombinationen aufhängen und so Platz und Kleiderbügel sparen.

Inspirationen holen, Klamotten aufwerten (3)

Beim Kleiderfasten geht es darum, Klamotten wegzugeben, die man selten trägt, da sie ja eh nur Platz im Schrank belegen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man manche Sachen einfach nur neu entdecken muss. Häufig ärgert man sich nämlich, wenn man die Stücke entsorgt hat (es sei denn, man hat sie für einen guten Zweck gespendet; dieses Vorgehen befürworte ich!) Ist dir schonmal aufgefallen, dass in Modezeitschriften jeder Look wiederkommt? Jeder Trend wiederholt sich. Mit ein bisschen neuem Pepp bekommen also alte Sachen neuen Glanz; du musst nichts kaufen, was du in ganz ähnlicher Form bereits besitzt! Blätter einfach eine x-beliebige Modezeitschrift durch oder lies auf Fashion-Blogs, was derzeit getragen wird. Du musst zwar nicht mit jedem Trend gehen, aber die Inspiration wird dir Motivation verschaffen, aus deinen eigenen Sachen einen Look zu kreieren. Im Sommer 2018 sind beispielsweise Sneaker mit fetten Schleifen oben drauf angesagt. Die Sneaker hast du schon im Schrank; die passende Schleife kaufst du im Bastelbedarf und ersetzt damit deine alten Schnürsenkel. Auch andere Trends kannst du nachstylen: Eine alte Jeansjacke mit Nieten aufwerten, dein gammeliges Armband an der teuren Uhr erneuern lassen oder kaputte Jeans mit stylischen Bügelbildern verzieren.

Bügelwäsche gesondert aufbewahren (4)

Geht es dir auch so, dass du Klamotten, die gebügelt werden müssen, irgendwo im Kleiderschrank vergräbst und dann eh nie anziehst, weil sie total knuddelig sind? Und dann taucht hier und da ein Teil auf, so dass du den Überblick darüber verlierst, was noch gebügelt werden muss? Versuch es doch mal folgendermaßen: Leg alle Blusen, Shirts, Kleider und Hosen, die geglättet werden müssen, direkt separat in eine Kiste (gibt’s z.B. günstig bei Ikea). Du musst sie erst gar nicht aufhängen, da sie so eh nicht getragen werden können. Die Kiste verstaust du unten im Kleiderschrank. Die Sachen dürfen hier ruhig ungefaltet reingepfeffert werden. Wenn du mal 2-3 Stunden opfern kannst, wird alles zusammen – in einer Rutsche – gebügelt und dann ordentlich einsortiert.

Kombinieren und probieren beim Mädelsabend (5)

Du bist jetzt grade eh schon dabei, deinen Kleiderschrank in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Es ist also kein so großer Aufwand, direkt mal mögliche Kombinationen auszuprobieren, die dir bislang noch nicht in den Sinn gekommen sind. Sei mutig: Wie wäre es mal mit einem Stil-Bruch? Die dicken Biker-Boots kombiniert zu dem Blümchenkleid mit deiner Lieblings-Lederjacke. Das rockt! 🙂 Daraus kannst du auch super einen Mädelsabend machen. Ich gebe es zu, auch ich war früher glühender Fan von Sex and the City. Die “Toss or Take”-Szene ist hier natürlich Inspirationsquelle; aber warum auch nicht?! Lade deine Freundinnen ein, bastelt “Behalten” oder “Kann weg”-Schilder, köpft eine Flasche Prosecco und ab geht die Modenshow. Die Klamotten, die weg können, aber noch gut sind, kannst du spenden. Oder du verkaufst sie auf einem Flohmarkt/auf Kleidungsplattformen online weiter.

Meins gegen deins (6)

Punkt 5 kann noch weitergedacht werden: Mach eine Kleidertauschparty daraus. Deine Freundin fand schon immer dieses fransige Hippie-Oberteil toll, dass dir aber überhaupt nicht mehr gefällt? Du mochtest schon immer diese kunterbunten Wedges, die sie aber nicht mehr trägt, seitdem sie dunkle Erdtöne für sich entdeckt hat? Warum nicht das Eine gegen das Andere tauschen?! So habt ihr beide was davon. Am besten gehst du so vor: Du entscheidest dich, was du alles nicht mehr behalten möchtest, zählst die Teile durch, machst eine Liste, von welchen Kleidungsstücken wie viele vorhanden sind und gleichst das mit deinen Mädels ab. Dann kann jede ihr Häkchen auf der Liste bei dem Teil setzen, das sie interessiert und ihr schaut abschließend, wie ihr zusammenkommt.

3 gute Gründe (7)

Klamotten entsorgen oder behalten? Du brauchst 3 gute Gründe für deine Entscheidung. Welche Seite ist eher befüllt und wozu fällt dir mehr ein? Ein Beispiel: Eine schwarze Stoffhose, die du seit 5 Jahren besitzt. Pro: Sie macht eine gute Figur, auch wenn du mal 2,3 Kilo zugelegt hast; sie ist schick, aber auch bequem und drittens musst du sie nicht bügeln. Contra: Du hast nicht so viele Schuhe, die dazu passen und eigentlich ist sie im Winter zu kalt und im Sommer zu warm. Weil du dieses Problemchen jedoch mit einer Strumpfhose ausgleichen kannst, überwiegen eindeutig die Punkte, die für das Behalten sprechen.

Richtig gewichten (8)

Wenn du nicht, wie die wenigsten von uns, damit gesegnet bist, kaum Gewichtsschwankungen zu erleben und wirklich nie ein paar Kilo zuzulegen, dann kennst du das Problem, dass dir meistens im Winter viele Sachen nicht mehr richtig passen, die im Sommer goldrichtig gesessen haben. Die Hose zwackt und du fühlst dich schlecht, weil die Klamotten in deinem Schrank schreien: “Verdammt, du hast zugenommen!” Anders herum bist du glücklich, sobald die Pfunde runter sind. Um dir selbst vorzuspielen, dass du nie, aber auch wirklich nieee wieder 2,3 Kilo zulegst, entsorgst du dann alles, was dir im Winter super passt. Ein Fehler, wenn wir mal ehrlich sind. Sei schlauer! Ordne deine Klamotten direkt nach “Weihnachtswichtelfigur” und “Bikinibodypotential” (bitte betrachte diese Bezeichnungen mit einem Augenzwinkern!) Die jeweils relevate Kleidung kommt in das Fach direkt vor deiner Nase, die anderen Sachen weiter nach oben. So musst du beim Blick in den Schrank nicht traurig werden oder das Gefühl bekommen, nichts Passendes zum Anziehen zu haben.

Schätze neu entdecken (9)

Manche richtig schöne Sachen liegen direkt vor unserer Nase, fallen uns aber gar nicht auf. Um dir selbst bewusst zu machen, was für schöne Schätze du da hast, probiere folgendes aus: Nimm dir 3-4 Teile aus dem Schrank, die du schon länger nicht mehr getragen hast. Jetzt kannst du auf Plattformen wie Kleiderkreisel oder auch Ebay Kleinanzeigen nachsehen, wer etwas ähnliches sucht oder anbietet und wie gefragt die Sachen sind. Du wirst merken: Viele reißen sich um das, was dir derzeit nichts mehr bedeutet. Eine Statement-Kette, die seit Ewigkeiten in der Schmuckschatulle vor sich hinvegetiert, gibt dem alten Basic-Shirt den Rest. Halstücher werten jede Jacke auf. Jeans werden mittlerweile sogar extra zerschnitten. Hast du eine kaputte im Schrank? Prima, dann rauh sie doch noch weiter auf.

Platz für das Outfit of the Day (10)

Dass man abends die Kleidung für den neuen Tag herauslegt, um morgens nicht in Zeitnot zu geraten, ist bekannt. Meine Idee: Gib deiner Kleidung ihren VIP-Auftritt, den sie verdient! Das Schaufenster-Gefühl muss sich nicht auf neue Klamotten im Laden beschränken. Mach in deinem Kleiderschrank Platz (etwa die Hälfte eines Regalfachs), um deine Kleidung für den morgigen Tag dir selbst so präsentieren zu können, dass du Bock darauf hast, diese anzuziehen. Du faltest alles ordentlich und legst den passenden Schmuck sowie das entsprechende Parfum dazu. Wenn du genug Platz hast, dekoriere diesen Platz, indem du zum Beispiel ein Schmuckkissen unterlegst. Ich habe mir eine solche Stelle im Schrank geschaffen und freue mich regelmäßig, wenn ich meine Klamotten dem eigenen Schaufenster entnehmen kann 😉

Fazit

Wie du siehst, gibt es viele kleine Ideen, um dir den Inhalt deines Kleiderschranks selbst wieder schmackhafter zu machen. Aussortieren kannst du natürlich auch, wenn die Sachen wirklich nicht mehr schön sind oder dir nicht mehr gefallen. Auch kannst du immer gut spenden und bedürftigen Menschen somit wirklich weiterhelfen. Wenn du als Student*in aber auf jeden Euro angewiesen bist, kannst du deine Kleidung aufwerten, neu entdecken und wieder schätzen lernen. Mit ein paar logistischen Tricks hast du zudem immer auf genau die richtigen Klamotten Zugriff.

Ergänzungen, Tipps, Kritik?

Ich freue mich wie immer auf deine Rückmeldung. Deine Marie

…und wenn dich das Thema interessiert: In diesem Gastbeitrag geht es um 5 Maßnahmen für günstige, nachhaltige Kleidung: Wie kann ich meine Klamotten länger haltbar machen?

Fotos: Kathrin Hahn

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