Hochschulbarcamp 2016: Social Media im Hochschulmarketing

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Nicht nur für Studenten, sondern auch für Mitarbeiter der Universitäten wird Social Media immer relevanter.

Am 24. und 25.02.16 fand in Essen an der FOM das Hochschulbarcamp statt. Organisiert von Holger Gottesmann, Referent und Alumnibeauftragter an der FOM Hochschule für Oekonomie & Management und Philip Dunkhase, Mitarbeiter im Hochschulmarketing an der Leuphana Universität Lüneburg, trafen sich  verschiedene Unternehmensvertreter, Mitarbeiter aus dem Hochschulmarketing und Interessierte zum lockeren und informativen Austausch zu Themen aus dem Bereich “Social Media Marketing an Hochschulen”.

Holger Gottesmann bei der Begrüßung zum #hscamp16

Holger Gottesmann bei der Begrüßung zum #hscamp16

Was ist eigentlich ein Barcamp?

Das Barcampen ist unter Vertretern des Digital Business bereits eine etablierte Kultur: Ein Barcamp wird interaktiv und konstruktiv durch die Teilnehmer selbst gestaltet. Alle bekommen die Möglichkeit, genau die Themen zu besprechen, die ihnen auf der Zunge brennen. Im Zentrum steht das Netzwerken, also interessante Kontakte knüpfen und sich austauschen. Lecker Essen gibt es übrigens auch.

Leckere kleine Sünden auf dem Hochschulbarcamp

Leckere kleine Sünden auf dem Hochschulbarcamp

Nach einer Vorstellungsrunde, in der jeder 3 #Hashtags nennt, die ihn und seine Arbeit am besten beschreiben, werden sogenannte Sessions angeboten. Jeder Teilnehmer kann einen Vorschlag machen. Seine Session kann locker-flockig aus dem Ärmel geschüttelt werden oder auch vorbereitet sein und durch eine Powerpoint-Präsentation unterstützt werden.  Wichtig ist nur: Alle machen mit. Jeder trägt etwas zu den Sessions bei und bringt sich in die Diskussion ein. Bei diesem speziellen Barcamp steht das Hochschulmarketing im Vordergrund: Wie kann ich Social Media perfekt dafür nutzen und was gibt es für Neuigkeiten?

Philip Dunkhase

#hscamp16 auf Platz 2 der populärsten Tweets in Deutschland (nach Peter Lustig)

Das Besondere an einem Barcamp ist: Die Leidenschaft für Social Media kann hier voll und ganz ausgelebt werden. Kein verstohlener Blick auf’s Smartphone, sondern aktives Twittern, posten und snappen: Es ist sogar erwünscht, dass man das Geschehen in Echtzeit mit dem World Wide Web teilt. So konnten auf der großen Social Media Wall die aktuellen Tweets und Posts auf den diversen Kanälen wie Twitter, Facebook, Instagram oder Vimeo live mitverfolgt werden. Und die Teilnehmer waren fleißig: Der Hashtag #hscamp16 landete am Mittwoch Vormittag sogar auf Platz 2 bei Twitter in Deutschland, knapp abgeschlagen durch Peter Lustig.

Die Echtzeit-Social Media-Wall auf dem #hscamp16

Die Echtzeit-Social Media-Wall auf dem #hscamp16

Das Hochschulbarcamp hatte viele interessante Sessions auf der Timeline. Leider konnte ich nicht an allen teilnehmen, denn jede einzelne hat dieses Barcamp bereichert. Deshalb hier ein paar Eindrücke von ein paar Sessions:

Holger Rohde, Geschäftsführer der Business Academy Ruhr

Holger Rohde, Geschäftsführer der Business Academy Ruhr

Whatchado: Berufenetzwerk mit Bewegtbildern

Kambis Kohansal Vajargah, Co-Founder und CMO bei whatchado, erzählte uns im Interview, wie Berufenetzwerke heute funktionieren. Das Startup aus Österreich bietet eine Plattform an, die Studenten und Arbeitnehmer per Video erzählen lässt,  was ihren beruflichen Alltag ausmacht. Dabei funktioniert whatchado wie eine Matching-Plattform: Man erstellt sein eigenes Video, präsentiert sich darauf und erzählt, was man so macht. Zudem werden Fragen zu den eigenen Interessen beantwortet, so dass man nur den Leuten angezeigt wird, die ähnlich ticken, mit denen man also “matcht”. Whatchado kann bereits über 5000 hochgeladene Videos auf seiner Seite vorweisen. Sogar der österreichische Bundespräsident Heinz Fischer hat schon ein Video veröffentlicht. In Deutschland berichtete Karriere Spiegel über das Unternehmen. Besonders interessant für Hochschulen: Mit dem StoryRecorder können diese sich nun wiederum ebenfalls beteiligen und in Videos präsentieren.

Kambis Kohansal Vajargah, Co-Founder und CMO bei watchado

Kambis Kohansal Vajargah, Co-Founder und CMO bei whatchado

Livestreaming mit Periscope an Hochschulen

Ben Gottstein, Social Media Manager von der Fachhochschule Dortmund, referierte über das Livestreaming an Hochschulen. Er betonte, dass es diese Art der Kommunikation mit den Studenten zwar beinahe unmöglich macht, Fehler nachträglich auszumerzen (Gesagtes kann nicht zurückgenommen werden), jedoch durch seine Authentizität sehr erfolgreich ist. Perfekte Videos und Filme seien manchmal nicht so effektiv wie Übertragungen “aus dem Leben”. Eine Teilnehmerin ergänzte, dass Livestreaming zum Beispiel eine tolle Möglichkeit für das Marketing des Hochschulsports darstellt. Periscope wurde als Livestreaming-App empfohlen. Die Qualität der Kamera sei zwar schlechter, aber die Features und Verbreitungsmöglichkeiten dafür dem Zweck dienlich.

Hochschulbarcamp 2016

Trainings- und Informationsangebot von Xing für Career Services

Martha Hannapel, Team Lead Business von Xing Campus, hielt einen Vortrag über die Neuigkeiten bei Xing. Dieser richtete sich vor allem an Mitarbeiter aus den Career Services und Alumnimanager. Auch im Bereich “Uni-Programm” tut sich demnächst etwas: Xing bietet ein Trainings- und Informationsangebot für Career Services an. Die erste Veranstaltung dazu findet im April in Frankfurt statt. Wer sich dafür interessiert, wie man Xing in der Career Service Arbeit nutzen kann, kann sich an Frau Hannappel oder an Constance Böhme wenden.

Hochschulbarcamp 2016

Snapchat ist kein Kinderkram mehr

Axel Kopp, Social Media Manager der FH Dortmund, bot eine Session zum Thema “Snapchat für Hochschulen” an. Laut einer Statista-Umfrage ist Snapchat vor allem bei Jugendlichen zwischen 16 und 24 Jahren beliebt. Zielgruppe sind also auch Studenten und solche, die es noch werden wollen. Im Hochschulmarketing kann man per Snapchat beispielsweise sogenannte “Geschichten” erstellen, die dann 24 Stunden online bleiben. Durch die “In der Nähe”-Funktion ist es zudem möglich, Menschen mit Profilen zu seiner Liste hinzuzufügen, die sich in der Umgebung aufhalten, auch eine tolle Funktion, um sich auf dem Campus zu vernetzen. Weitere Möglichkeiten für die Hochschulen könnten zum Beispiel eine Führung durch die Uni-Räumlichkeiten sein. Wer mehr über Snapchat erfahren möchte: Axel Kopp empfiehlt dieses Ebook.

Hochschulbarcamp 2016

“Der Dimitri ist ganz schön fleißig für einen Griechen…”

…impliziert, dass alle Griechen faul sind. Solche Aussagen sind in den sozialen Netzwerken Gang und Gebe und diffamieren eine bestimmte Personengruppe. Stanley Vitte, Journalist und Community-Manager, befasste sich mit dem Thema “Hate Speech von rechts” in den sozialen Netzwerken. Dabei gab er auch Handlungsanweisungen, wie man als Social Media Manager mit Verstößen umgehen kann: Eine persönliche Ansprache der beleidigenden Person kann bereits helfen. Jedoch führen viele Wege nach Rom: Die Moderation muss der jeweiligen Situation angepasst werden. Ignoranz oder Humor können auch mal hilfreich sein. Eine gute Community würde sich jedoch immer selbst regulieren, so Vitte. Schon die Reaktion: “Danke für deine Rückmeldung” sei ein Signal der Wertschätzung und würde viele Hassredner und Trolle zurück in ihre Höhle verbannen.

Stanley Vitte, Redakteur, spricht über Hate Speech

Stanley Vitte, Redakteur, spricht über Hate Speech

YouTube, Prämien-Apps und Belohnungen für Hashtags

Rouven Kasten, Social Media Manager der GLS Bank Bochum, erzählte von seinen Erfahrungen mit YouTube-Marketing. Dabei zog er auch einen Vergleich mit den USA, denn dort sei das Thema noch viel relevanter. Aber auch Marketing durch “Prämien-Apps” wie Shopkick findet in Deutschland großen Anklang und wird sich in den nächsten Jahren verstärkt etablieren können. Mit dieser App sammelt man Credits, sobald ein teilnehmendes Geschäft betreten wird. “Einchecken per App” ist mittlerweile in vielen Bereichen ein profitables Kundenbindungssystem. Wer weiß, wie der Hase läuft, verwendet in seinen Werbekampagnen Hashtags: Restaurants werben zum Beispiel damit, einen gratis Kaffee an diejenigen auszuschenken, die zuvor ihr dort bestelltes Essen posten und mit einem vorgegebenen Hashtag versehen. Eine gute Möglichkeit, extrem hohe Reichweiten zu erzielen und das eigene Image zu stärken. Diese Modelle können für das Hochschulmarketing interpretiert und umgesetzt werden.

Rouven Kasten, Social Media Manager, über YouTube-Videomarketing

Rouven Kasten, Social Media Manager, über YouTube-Videomarketing

Tinder im Hochschulmarketing: Date den Prof, oder wie?

Nein, nicht ganz. Theresia Lichtlein, Mitarbeiterin des Hochschulmarketings an der TU Ilmenau stellt ein ungewöhnliches Projekt vor: Tinder als Teil des Hochschulmarketings. Und ich frage mich: Wie soll das mit einer Dating-Plattform funktionieren? Sie erzählt, dass es sich dabei um ein Experiment handelte, das jedoch durchaus auch seine Wirkung erzielte: Durch Wischen nach links oder rechts ist es bei Tinder möglich, einen Kontakt zu bestätigen oder abzuweisen. Erst bei einer Übereinstimmung kann gechattet werden. Die Hochschule legte ein Profil bei Tinder an, dass auch offensichtlich als Hochschul-Account wahrgenommen wurde, also nicht in die Irre führte. Als Gag waren auf dem Profilbild zwei Hinterteile in neonfarbenen Unterhosen zu sehen: Ein weiblicher und ein männlicher. Ein Wortspiel mit “guten Aussichten” komplettierte das Profil. Die meisten Frauen “wischten” weiter und verhinderten so ein Match, jedoch gab es immerhin über 100 Übereinstimmungen mit Männern, die neugierig waren, was diese Aktion sollte. Durchaus eine witzige und innovative Idee, für neue Studenten zu werben, die eine aufgeschlossene Hochschulleitung voraussetzt.

Hochschulbarcamp 2016

Theresia Lichtlein referiert zum Thema Tinder an Hochschulen

Students wanted

Die Erfahrungen und Meinungen von Studenten selbst sind natürlich ausschlaggebend, wenn Hochschulmarketing effektiv gestaltet sein soll. Deshalb lädt das Hochschulbarcamp dazu ein, auch als Student im nächsten Jahr an der Veranstaltung teilzunehmen und sich aktiv einzubringen. Auch ich, die ja noch studiert, konnte einiges Neues lernen und selbst ein paar Erfahrungswerte beisteuern.

 

Was nehme ich mit nach Hause?

Fazit: Das Hochschulbarcamp ist für jeden interessant, der im Hochschulmarketing tätig ist oder dazu etwas beizutragen hat. Das Netzwerken mit vielen interessanten Menschen, die sich kreativ und kommunikativ austauschen, ist ebenso ein Hightlight wie die unterschiedlichen Inspirationen, die jeder für sich mit nach Hause nimmt. Unternehmen, die sich für ein Sponsoring interessieren, können sich direkt an Holger Gottesmann und Philip Dunkhase wenden. In diesem Jahr wurde das Hochschulbarcamp unterstützt durch:

FOM Alumni Clubs
EDU-Con Strategic Education Consulting GmbH
construktiv
whatchado
Bundesverband Hochschulkommunikation
XING
Kreative Kommunikations Konzepte GmbH
Studentenagenten & roeschcom

Und was sagst du? Habe ich dein Interesse geweckt? Hast du Erfahrungen mit Barcamps oder möchtest welche sammeln?

Kommentare erwünscht 😉

 

 

5 Kommentare

  1. Hallo Marie,

    das klingt alles ja Wahnsinnig spannend!

    Gibt es so etwas nächste Jahr noch einmal oder war es eine einzigartige Veranstaltung? Und könnte man daran teilnehmen?

    Liebe Grüße
    Richard

    • Marie-Christin

      Hallo Richard,
      meines Wissens nach findet die Veranstaltung einmal jährlich statt und wie ich in dem Blogbeitrag ja auch schon schreibe, sind Studenten sogar erwünscht. Also schau doch am besten einfach mal auf der Website vorbei:
      http://hscamp.gottesmann.de/
      Viele liebe Grüße, Marie

    • Marie-Christin

      Hallo Holger,
      sehr gerne. Ich für meinen Teil komme gerne wieder. Daniel bestimmt auch.
      Viele Grüße, Marie

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