5 Tipps für einen gelassenen Berufseinstieg nach dem Studium

Nach dem Studium ist vor dem Job.

Tipps für einen gelassenen Berufseinstieg

Aber jetzt heißt es endlich:

Ich hab’s geschafft! Ich bin durch mit der Uni… das war auch mein erster Gedanke, als ich meine beiden Abschlussurkunden in den Händen hielt.
Die Frage, die sich mir, und vielleicht ja auch dir, da du nun diesen Beitrag liest, nach der Zeit an der Uni stellt: Was kommt nach dem Studium?

…wie alt bist du jetzt eigentlich nochmal?

Ich liebe diese rhetorische Frage… da sie meistens von Menschen gestellt wird, die das ganz genau wissen, denn ich bin mittlerweile ein paar Mal 29 geworden 😉 “Und du studierst noch? Willst noch studieren? Arbeitest noch nicht?” Aufgerissene Augen, Erstaunen, Entsetzen. Ohje… Ein bunter Blumenstrauß an Fähigkeiten, der jedoch durch einen vielfältigen Ausbildungs-und Berufsweg geboten werden kann, ist für die weniger konservativen Arbeitgeber durchaus ein Kriterium für eine Anstellung und für dich ein Pluspunkt. Ausführlich habe ich bereits hierüber gebloggt:

10 Argumente für ein Studium mit 30

Mögliche weitere Fragen, die da aufpoppen, sind zum Beispiel: Wie gehe ich jetzt vor? Welcher Weg ist der richtige für mich? Sollte ich noch einen Master dranhängen? Wie  und wo bewerbe ich mich am besten? Natürlich habe ich mir bereits viele Gedanken gemacht, wie es für mich weitergehen soll und kann. Und trotzdem ist es erst einmal ein neuer Lebensabschnitt, eine eingreifende Veränderung in dein Leben. In diesem Beitrag halte ich deshalb 5 Tipps für dich bereit, die dir bei deiner Entscheidungsfindung helfen werden und dir das Vorgehen nach dem Abschluss erleichtern…ohne dich vollends zu stressen.

#1 Durchatmen und dich selbst feiern!

Ich lasse die letzten Jahre Revue passieren. Vieles Neues habe ich gelernt, Einblicke in mir zuvor unbekannte Fachgebiete bekommen. Du kennst das: Hinter dir liegen etliche Semester-Wochen-Stunden voller Vorlesungen, Referate und Seminare. Du hast, besonders in den Prüfungsphasen, gepaukt, gebüffelt und, nicht zu vergessen, besonders viel geputzt 😉 Nie war deine WG so sauber, nie deine Unterhosen so gefaltet. Aber jetzt mal im Ernst: Du hast sicher auch mal ein wenig prokrastiniert, aber dafür jede Menge absolviert. Du kannst verdammt stolz auf dich sein! Lass dir das mal durch den Kopf gehen und zwar ganz in Ruhe, denn ein neuer Lebensabschnitt erfordert auch neue Energie und Konzentration. Nimm dir etwas Zeit für dich, um runter zu kommen, um zu verstehen: Ich habe eine wichtige Hürde in meinem Leben genommen. Vielleicht geht es dir genauso wie mir und du hast neben dem Studium auch immer gearbeitet. Manchmal hast du auch zwei oder drei Jobs gleichzeitig gemacht und außerdem noch gepaukt. Ja, feier dich ruhig mal selbst und sei verdammt stolz auf dich! Wenn du die Möglichkeit und Kohle dazu hast: Auf geht die Reise! Jetzt kannst du noch einmal deine freie Zeit voll auskosten. Außerdem ist nun genug Zeit, dir über Punkt #2 Gedanken zu machen.

#2 Wo will ich nach dem Studium hin?

Jetzt ist der optimale Zeitpunkt, etwas zu verändern: Wenn du einen Job suchst und nicht gebunden bist, kannst du dich überall auf der Welt bewerben und dein Leben nochmal ganz neu gestalten. Ein paar mögliche, neue Ziele habe ich bereits für dich besucht und porträtiert: Zum Beispiel Berlin oder, noch wagemutiger, die Schweiz.

Das “Wo” bezieht sich jedoch nicht nur auf den Ort, sondern auch auf die berufliche Position, die du anstrebst. Hast du dir während deines Studiums bewusst gemacht, was du genau machen möchtest oder bist du dir immer noch nicht ganz klar darüber? Falls dem so ist, musst du jetzt nicht in Panik geraten. Es gibt genug Menschen auf der Welt, die nicht seitdem sie denken können wissen, was sie wollen und welcher Beruf zu ihnen passt.

Ein Tipp an dieser Stelle: Überlege dir 5 Eigenschaften, die du an dir besonders schätzt. Das kann so etwas sein wie: “Ich kann mich sehr gut ausdrücken”, “ich bin immer diejenige, die Ordnung in das Chaos bringt” oder “ich kann mir Dinge sehr einfach selbst beibringen”. Welche Berufsbilder passen zu diesen Eigenschaften? Du kannst auch erstmal nach Stellenausschreibungen suchen, die zu deinem Studienabschluss passen und um ein Gefühl dafür zu bekommen, was dir gefallen könnte, diese einfach mal studieren. Wie ist dein Gefühl, wenn du dir vorstellst, zum Beispiel Personen anzuleiten? Hättest du Spaß daran oder läuft dir bei dem Gedanke ein kalter Schauer über den Rücken? Wenn sich deine Interessen und dein Abschluss mit den Anforderungen der Ausschreibung decken, bewirb dich. Verlieren kannst du nichts, gewinnen alles. Spätestens im Vorstellungsgespräch wirst du grundsätzlich merken, ob der Job zu dir passen könnte. Auch hier gilt, soweit möglich: Nimm dir Zeit! Solch eine Entscheidung bricht man nicht über’s Kreuz. Welche Chancen Geisteswissenschaftler haben, liest du hier:

Von wegen Taxifahrer: Das bringt dir ein geisteswissenschaftliches Studium wirklich

#3 Besuche Messen, Info-Veranstaltungen und Kongresse: Knüpfe Kontakte – online und offline

Darf in dieser Liste nicht fehlen: Kontakte knüpfen ist für den Berufseinstieg einfach super wichtig. Stellen werden gerne mit Leuten besetzt, deren Gesicht bereits (aus einem positiven Kontext ;-)) bekannt ist. Neben dem Networking bekommst du auch noch wertvolle Informationen zu diversen Berufen oder Studiengängen, je nachdem, auf welcher Messe du dich tummelst (z.B. Didacta, Master and More, etc.) Auf vielen Veranstaltungen gibt’s Goodies wie Gratis-Bewerbungsbilder oder Bewerbungstrainings oder Tipps, was in Assessment-Centern gefragt werden könnte. Es kann also nicht schaden, jetzt, wo du etwas Zeit übrig hast, diese auch sinnvoll zu nutzen. Zudem kannst du dich natürlich auch über Social Media super vernetzen: Nicht nur Xing oder LinkedIn sind dafür brauchbar. Suche nach passenden Gruppen in Facebook oder auch Twitter (besonders hilfreich, wenn du in die Kommunikationsbranche möchtest).

#4 Unterhalte dich mit Menschen aus deiner (zukünftigen) Branche

Hier sind besonders die gemeint, die du schon etwas länger kennst. Also Menschen, denen du vertraust. Sie können dir super Tipps und Infos geben, beispielsweise, was du als Einstiegsgehalt verlangen kannst. Hierbei wichtig: Verkaufe dich nicht unter Wert! Auch ein zu niedrig angesetztes Gehalt ist ein Zeichen an deinen zukünftigen Arbeitgeber; nämlich dass du deinen Wert nicht kennst. Verlasse dich also neben Recherchen zu Gehältern auch auf Aussagen von Bekannten oder Freunden, die in derselben Branche tätig sind und genau wissen, wovon sie sprechen.

#5 Überbrücke den Leerlauf nach dem Studium mit einer sinnvollen Tageseinteilung und nutze die freie Zeit

Ich habe gedacht, dass ich nach meinem Studium erstmal meine Freiheit genießen kann. Aber Pustekuchen. In meinem Kopf drehte sich alles um die Frage: “Und wie geht es jetzt weiter?” Ich habe mir die ganze Zeit Gedanken gemacht, wann ich wohl einen Job finde und ob er zu mir passt. Um deine freie Zeit, die du jetzt noch hast, genießen zu können, brauchst du Struktur in deinem Tag: Nur, wenn du etwas schaffst, kannst du dann auch wieder deine Freizeit genießen! Deshalb mein Tipp für dich: Mach dir einen Tagesplan und schieb’ nach Erfüllung deiner To Do’s kleine Belohnungen ein 😉 Zum Beispiel: Einen Wellnessnachmittag oder einen leckeren Nachtisch. Übergangs-Studentenjobs können eine gute Alternative sein. Oder du verwirklichst jetzt endlich mal Projekte, zu denen du sonst nicht kommst.

Willst du mehr?

Gern geh ich auf einzelne Punkte nochmal genauer ein. Schreib mir dazu einen Kommentar, ich freue mich von dir zu lesen.

Titelbild: ROESCHCOM

3 Kommentare

  1. Marie-Christin

    Hallo Manu,

    deinen Werbelink, den du im Kommentar untergebracht hast, will ich dir mal verzeihen 😉
    Sollte deine Anfrage ernst gemeint sein, wäre die Info wichtig, was genau du überhaupt im Master studiert hast? “Irgendwas mit Chemie”?
    Davon ab: Viele arbeiten später nicht unbedingt in dem Bereich, den sie studiert haben… manchmal kommt es einfach nur darauf an, einen entsprechenden Abschluss vorweisen zu können.

    Viele Grüße und viel Erfolg

    Marie

    • Manuel Groß

      Hallo Marie,

      Ja richtig, ich habe ein Chemie Masterstudium absolviert und habe eigentlich schon vor etwas in diesem Bereich zu arbeiten. Ich habe mir das Fach ja ausgesucht, weil es mich so sehr begeistert und fasziniert, aber sollte sich für mich irgendwann herausstellen, dass das Ganze doch nicht das ist, was ich mich vorgestellt hatte, werde ich mich vermutlich wirklich auch mal in anderen Bereichen umschauen. Doch fürs erste, möchte ich schon erstmal bei Chemie bleiben 🙂

      Danke und viele Grüße zurück

      Manu

  2. Manuel Groß

    Hallo Marie,

    dein Beitrag erreicht mich gerade zum rechten Zeitpunkt. Ich habe die letzten zwei Jahre damit verbracht („verschwendet“ wenn es nach einigen meiner etwas konservativeren Verwandten geht), meinen Master zu machen und das Schlimme ist, dass diese Verwandten da gar nicht so falsch liegen, denn der einzige Grund für diese angehängten zwei Jahre war, dass ich nach meinem Bachelor einfach noch nicht wusste, was ich machen will. Jetzt, zwei Jahre und einen viel zu kurzen Australienurlaub später, hat sich daran leider noch immer nicht so viel geändert.

    Naja, fast zumindest. Ich war letztens schonmal auf einer Jobmesse und bin dort auf den Beruf des Qualitätsmanagers gestoßen. Der hat zwar nicht unbedingt immer etwas mit Chemie zu tun, aber mal ehrlich, nach über fünf Jahren der „Stofflehre“, ist mir auch mal ein wenig Abwechslung willkommen. Ich habe allerdings vor noch weitere solcher Veranstaltungen zu besuchen. Aktuell hängen in Hamburg einige Werbebanner für die Jobmesse T5 aus, die am 17.10.18 ebenfalls in Hamburg stattfinden soll. Die gehört scheinbar zu diesem Jobportal. Also falls sich jemand aus Hamburg gerade in derselben Situation wie ich seiht…du weißt Bescheid. 😉

    Mein größtes Problem ist aber, dass ich einfach Niemanden kenne, der in diesem Bereich arbeitet. Dadurch, dass ich studiert habe, bin ich quasi die Ausnahme in meiner Familie. Wo finde ich denn am besten Leute, die in dieser Branche tätig sind, außer auf solchen Messen?

    Den Tipp mit dem Tagesplan finde ich übrigens richtig gut. Vielleicht hilft mir das ja auch, vorausgesetzt, dass ich es schaffe, meinen inneren Schweinehund zu besiegen. 😊

    Liebe Grüße

    Manu

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